Am Freitag versuchten türkische Kriegsschiffe, die Boote von Migranten in EU-Gewässer zu lotsen. Athen zufolge handelt es sich in dem Fall nicht um Flüchtlinge.
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Flüchtlinge warten auf einem Boot im Mittelmeer. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Athen zufolge sind von Kriegsschiffen begleitete Migranten keine Flüchtlinge.
  • Am Freitag wollten türkische Patrouillenboote Migranten in EU-Gewässer lotsen.
  • Es gibt Vermutungen über einen Zusammenhang mit dem geplanten Besuch aus der EU.

Migranten, die von türkischen Kriegsschiffen beim Übersetzen in die EU begleitet werden, sind nach Ansicht Griechenlands keine Flüchtlinge. «Die Genfer Flüchtlingskonvention betrifft Menschen, die vor Gefahren fliehen. Nicht Menschen, die von einem Nachbarstaat bei der Überfahrt unterstützt werden», sagte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis am Samstag dem griechischen Nachrichtensender Skai.

In der östlichen Ägäis hatten nach griechischen Angaben am Freitag türkische Patrouillenboote versucht, Schlauchboote mit rund 300 Migranten in griechische Gewässer zu lotsen.

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Flüchtlinge winken auf einem Holzboot um Hilfe. (Symbolbild) - dpa

Das Unternehmen koordinierte nach Darstellung Athens ein Schiff der türkischen Kriegsmarine. Auch Drohnen seien eingesetzt worden. Die griechische Wasserpolizei verhinderte nach eigenen Angaben, dass die Boote in griechische Gewässer gelangten, woraufhin die türkische Küstenwache die Migranten schliesslich aufgenommen und zurück zur türkischen Küste gebracht habe.

Zusammenhang mit Besuch von EU-Spitzen

In Athen wird vermutet, dass die Aktion mit einer für Dienstag geplanten Reise von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel in die Türkei zusammenhänge. Präsident Recep Tayyip Erdogan wolle demonstrieren, was geschehen könnte. Dies, wenn die EU nicht türkischen Forderungen nachkomme, sagten politische Kommentatoren in Athen.

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Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht zu seinen Parteimitgliedern. (Archiv) - dpa

2015 gelangten Hunderttausende Migranten aus der Türkei nach Griechenland. Die grosse Mehrheit von ihnen zog nach Mitteleuropa weiter.

Ankara hatte sich im Flüchtlingspakt mit der EU vom Jahr 2016 unter anderem dazu verpflichtet, gegen unerlaubte Migration von der Türkei in die EU vorzugehen. Dafür unterstützt die EU die türkische Regierung finanziell.

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