Brücke in Griechenland trotz Einsturzgefahr weiter befahren
Die Brücke bei Larissa ist seit 2023 gesperrt. Trotzdem nutzen Autofahrer die beschädigte Verbindung weiterhin für kürzere Wege.

In der griechischen Region Thessalien überqueren Autofahrer weiterhin die stark beschädigte Palaiopyrgos-Brücke. Das Bauwerk über dem Fluss Pineios ist seit dem Sturm «Daniel» offiziell gesperrt.
Das Extremwetter traf Griechenland im September 2023 und verursachte schwere Überschwemmungen. Laut dem «Focus» wurden dabei zahlreiche Verkehrswege beschädigt und Teile der Brücke bei Larissa zerstört.
Der Mittelbereich der Brücke sackte ab und gilt seitdem als nicht sicher befahrbar. Dennoch nutzen Anwohner und Landwirte die Verbindung weiterhin im Alltag.
Lange Umwege führen zu riskanten Fahrten
Der wichtigste Grund für die Nutzung ist die fehlende direkte Alternative. Der «Auto Motor und Sport» zufolge müssen Autofahrer sonst einen deutlich längeren Weg über die Nationalstrasse nehmen.
Besonders für Bauern spielt die Brücke eine wichtige Rolle, da ihre Felder auf der anderen Flussseite liegen. Die beschädigte Verbindung spart ihnen Zeit und zusätzliche Fahrstrecken.
Die Bewohner kennen die Risiken der Überfahrt, nutzen die Strecke aber weiterhin. Ein Anwohner sagte laut dem «Focus», man spiele dabei «jeden Tag mit dem Tod».
Marode Brücke: Fehlende Sperren trotz offizieller Schliessung
Aufnahmen des lokalen Medienunternehmens «LarissaNet» zeigen Fahrzeuge, die den abgesackten Abschnitt weiterhin überqueren. Unter anderem fahren Pick-ups und SUV über den beschädigten Bereich.
Obwohl die Brücke offiziell gesperrt ist, verhindern keine festen Barrieren die Durchfahrt. Vor Ort machen hauptsächlich Verkehrsschilder auf das Verbot aufmerksam.
Für Ortsfremde entsteht dadurch ein zusätzliches Problem. Navigationssysteme führen Reisende teilweise weiterhin bis zur beschädigten Brücke.
Infrastrukturprobleme auch ausserhalb Griechenlands
Marode Brücken beschäftigen auch andere Länder. In Deutschland stehen zahlreiche Bauwerke vor Modernisierungen und Sanierungen.
Das Bundesverkehrsministerium führt tausende Brückenbauwerke im besonders belasteten Autobahnnetz auf, die langfristig erneuert werden müssen. Der Zustand der Bauwerke wird dabei regelmässig bewertet.

Eine schlechte Bewertung bedeutet laut dem «Focus» nicht automatisch eine akute Einsturzgefahr. Auch kleinere Schäden wie defekte Abdichtungen oder fehlende Bauteile können die Einstufung verschlechtern.












