Wassernotstand in Griechenland trifft acht Inseln
Wassernotstand in Griechenland: Acht Urlaubsinseln schlagen Alarm. Die Wasserreserven sinken, während die Hauptsaison den Verbrauch weiter steigen lässt.

Auf acht griechischen Inseln wurde wegen akuter Wasserknappheit der Notstand ausgerufen, berichtet die «Chip». Die Behörden reagieren damit auf geringe Niederschläge, hohe Temperaturen und den steigenden Verbrauch durch Urlauber.
Betroffen sind unter anderem Tinos, Alonissos, Astypalea, Leros, Patmos, Symi, Karpathos und Poros. Der Wassernotstand ermöglicht den Gemeinden laut der «Berliner Morgenpost», Massnahmen bei der Wasserversorgung und Infrastruktur schneller umzusetzen.
Besonders angespannt ist die Lage der «Frankfurter Rundschau» zufolge auf Astypalea, wo die Insel seit mehreren Jahren mit Trockenheit kämpft. Bürgermeister Nikos Komineas erklärte, die gesamte Jahresmenge des Niederschlags würde gesammelt lediglich eine wenige Zentimeter hohe Wasserschicht ergeben.
Tourismus verstärkt Belastung der Wasserreserven
Während der Sommersaison steigt der Wasserverbrauch auf vielen griechischen Inseln deutlich an. Hotels, Restaurants und Ferienanlagen erhöhen den Bedarf, während natürliche Reserven gleichzeitig durch Trockenheit belastet werden.
Auf Mykonos steigt der tägliche Wasserverbrauch in der Hauptsaison auf bis zu 18'000 Kubikmeter. Im Winter liegen die Werte dagegen zwischen 1600 und 2000 Kubikmetern.
Auch andere beliebte Reiseziele verzeichnen starke saisonale Schwankungen. Auf Santorin erhöht sich der Wasserverbrauch laut der «Frankfurter Rundschau» während der Urlaubssaison um mehr als 500 Prozent.
Hoher Verbrauch und Trockenheit verschärfen Wassernotstand
Der Wassernotstand auf den griechischen Inseln hat mehrere Ursachen. Neben dem Tourismus belasten zufolge auch hohe Temperaturen, geringe Niederschläge und begrenzte Speichermöglichkeiten die Versorgung.
Professor Dimitris Emmanouloudis von der Demokrit-Universität Thrakien verweist der «Berliner Morgenpost» zufolge auf den hohen Verbrauch in touristischen Unterkünften. Gäste einfacher Unterkünfte verbrauchen laut Experten rund 450 Liter Wasser täglich, in Fünf-Sterne-Hotels können es bis zu 1000 Liter sein.
Um den Wassernotstand einzudämmen, sollen zusätzliche Entsalzungsanlagen, Speicher und Verbesserungen an Leitungsnetzen umgesetzt werden. Die Notstandsregelungen ermöglichen schnellere Genehmigungen für notwendige Infrastrukturprojekte.
Experten fordern sparsameren Umgang mit Wasser in Griechenland
Die Entsalzung von Meerwasser gilt laut Emmanouloudis jedoch nur als begrenzte Lösung. Gegenüber der «Frankfurter Rundschau» erklärte der Experte, dass auch Regenwasser stärker gesammelt und gespeichert werden müsse.
Zu den vorgeschlagenen Massnahmen gehören Auffangflächen, Speicherbecken und traditionelle Trockenmauern. Fachleute fordern zudem einen bewussteren Umgang mit Wasser im Alltag.

Die Behörden bitten Urlauber während der Hauptsaison um einen sparsamen Verbrauch. Hotels empfehlen unter anderem eine längere Nutzung von Handtüchern und den Verzicht auf tägliche Zimmerreinigungen, um Wasser einzusparen.












