Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Art Basel
Kommende Woche öffnet die Kunstmesse Art Basel ihre Tore. Die Messeverantwortlichen blicken aufgrund des wieder prosperierenden Kunstmarkts mit Optimismus auf die 56. Ausgabe. Alles Wissenswerte zur Art Basel auf einen Blick.

WANN FINDET DIE ART BASEL STATT?
Für das breite Publikum öffnet die Kunstmesse ihre Tore am 18. Juni. Die grossen Geschäfte werden aber bereits die Tage zuvor abgewickelt: in erster Linie am First Choice- und Preview-Empfang am Dienstag und an der Vernissage vom Mittwoch. Die Art Basel geht am 21. Juni zu Ende.
WER IST AN DER ART BASEL PRÄSENT?
An der Art Basel nehmen 290 Galerien aus 43 Ländern teil. Darunter die wichtigsten internationalen Kunsthandels-Konzerne wie Gagosian, David Zwirner, Pace Gallery mit ihren Hauptsitzen in New York und Hauser&Wirth mit Hauptsitz in Zürich. Stark präsent sind auch Galerien aus Südostasien, wie Maike Cruse, Direktorin der Basler Ausgabe der Art Basel auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das seien nicht zuletzt positive Effekte des globalen Netzwerks der Art Basel-Gruppe mit Messen in Miami Beach, Honkong, Paris und zuletzt auch in Katar.
WIE PRÄSENTIERT SICH DAS KUNSTMARKT-UMFELD?
Der weltweite Kunstmarkt ist 2025 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Laut dem im März veröffentlichten Art Market Report von Art Basel und UBS stieg der Umsatz nach dem Rückgang im Vorjahr um 4 Prozent auf 59,6 Milliarden Dollar. Die Schweiz verzeichnete mit plus 13 Prozent ein besonders starkes Wachstum. Positiv bewertet Cruse zudem die Bedeutung der Kunstmessen, die inzwischen 35 Prozent der Handelsumsätze ausmachen. Auch die Galerien zeigen sich optimistisch: Ende 2025 rechneten 43 Prozent mit steigenden Umsätzen.
WELCHE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER SIND BESONDERS BEGEHRT?
Viele Galerien – insbesondere solche mit dem Schwerpunkt Klassische Moderne wie Picasso und Co. – kommunizieren ihre Verkäufe nicht. Im Sales Report der letztjährigen Ausgabe waren aber zahlreiche Millionenverkäufe aufgeführt. Darunter ein Doppelgemälde von David Hockney für einen Preis zwischen 13 und 17 Millionen US-Dollar, gefolgt von den Markt-Dauerbrennern Louise Bourgeois, dem kürzlich verstorbenen Georg Baselitz, Gerhard Richter Georg Condo und der 2013 verstorbenen, bislang noch wenig bekannten amerikanischen Künstlerin Ruth Asawa. Von ihr ging 2025 eine Skulptur für 9,5 Millionen Dollar über den Galerien-Tresen. Bei der nun kommenden Ausgabe wird mit ähnlichen Verkaufszahlen gerechnet zumal sich das zuletzt etwas schleppende Geschäft im Hochpreissektor gemäss Art Market Report erholt hat.
WIE GUT KANN SICH DER STANDORT BASEL BEHAUPTEN?
Bei der Gründung des Art-Ablegers in Paris 2022 mehrten sich die Stimmen, dass die Messe in der französischen Kunstmetropole der Muttermesse in Basel den Rang ablaufen könnte. Paris schöpfe aus der Energie der grossen Kunstmetropolen, während Basel die internationale Kunstwelt in einer einzigartigen Dichte zusammenbringe, so Cruse: «Hier entscheiden sich viele Galerien bewusst dafür, ihre bedeutendsten Werke und ambitioniertesten Präsentationen zu zeigen.»
WIE STEHT ES UM DIE PARALLELMESSEN NEBEN DER ART BASEL?
Die Art Basel präsentiert mit dem Unlimited-Sektor als einzige Messe der Gruppe eine spezielle Plattform für grossformatige und spektakuläre experimentelle Arbeiten. Dazu kommt eine ganze Reihe von Parallel- oder Nebenmessen, die während der Art-Woche in Basel um kauffreudige Kundinnen und Kunden buhlen. Die älteste von ihnen ist die Liste Art Fair, die im letzten Jahr ihren 30 Geburtstag feiern konnte und sich als Sprungbrett für aufstrebende Galerien, die es in die Hauptmesse schafften, einen Namen gemacht hat.
Ergänzt wird die Art Basel durch zahlreiche Nebenmessen: die Entdeckermesse Volta Art Fair, die neue Africa Basel mit Fokus auf Kunst aus Afrika und der afrikanischen Diaspora, die Fotokunstmesse Photo Basel sowie die Kunstbuchmesse I Never Read. Neu hinzu kommt mit dem Living Museum x Open Invitational eine Ausstellungs- und Begegnungsplattform, die unter anderem inklusive Kunst in den Mittelpunkt stellt.
WAS KOSTET DAS ALLES FÜR BESUCHERINNEN UND BESUCHER?
Wer nicht zum erlauchten Kreis der geladenen VIPs gehört, muss für einen Besuch der Art Basel für ein Tagesticket 70 Franken bezahlen oder 750 Franken und mehr, wenn man sich einen Eintritt zur Vernissage am Mittwoch verschaffen und zusätzlich mit einem Glas Champagner empfangen werden möchte. Mit Tagespreisen von 18 bis 25 Franken sind die Eintritte in die Nebenmessen wesentlich günstiger. Gar umsonst kommt man am Montag von 18 bis 20 Uhr zur Vernissage der Liste Art Fair. Die Volta Art Fair offeriert Baslerinnen und Baslern wiederum von Freitag bis Sonntag einen Gratiseintritt.
WAS GIBT ES WÄHREND DER ART-WOCHE SONST NOCH AN KUNST ZU ERLEBEN?
Die Art-Woche in Basel bietet neben den Messen weitere Kunstevents, die überdies keinen Eintritt kosten. Die Art Basel selber bespielt mit ihrem Art-Parcours entlang der Clarastrasse unter dem Titel «Conviviality» (Geselligkeit) verschiedene Plätze und Räumlichkeiten mit ortspezifischen Kunstinstallationen. Dazu kommen auf dem Messe- und Münsterplatz weitere grosse und frei zugängliche Kunstinstallationen, namentlich Auftragsarbeiten von Ibrahim Mahama und Nairy Baghramian.
Zu einem regelrechten Kunst- und Party-Hotspot hat sich der Basel Social Club entwickelt, der seit fünf Jahren jeweils an einem neuen Ort grosser Anziehungspunkt für die Art- und alle anderen Gäste ist. Entstanden ist der Basel Social Club auf Initiative der Basler Künstlerin Hannah Weinberger und der Basler Galerie Mueller, der sich in zwischen zahlreiche internationale Galerien und Kunsträume angeschlossen haben. In diesem Jahr wird ab dem 13. Juni ein grosser leerstehender Bürotrakt in der Nähe des Bahnhofs SBB bespielt.









