Nach der Störung von Baggerarbeiten in Lützerath an der Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler sind acht Klimaaktivisten in Langzeitgewahrsam genommen worden.
Kohlekraftwerk
Kohlekraftwerk - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • 30 Menschen versuchten Bagger zu blockieren.

Insgesamt wurden gegen 17 Demonstrierende Anzeigen wegen Verstosses gegen das Versammlungsgesetz gestellt, wie die Polizei in Aachen am Donnerstag mitteilte. Einer der 17 wurde dem Jugendamt übergeben - acht wurden entlassen, nachdem sie Angaben zu ihrer Identität gemacht hatten.

Weitere acht wollten sich nicht äussern, weshalb ein Richter Langzeitgewahrsam anordnete. Sie wurden anschliessend in den Polizeipräsidien Aachen und Mönchengladbach untergebracht. Am Mittwoch hatten insgesamt 30 Aktivisten versucht, die Baggerarbeiten zu stören. Ein Auto des Energiekonzerns RWE wurde zudem mit Farbe beschmiert.

Sicherheitsmitarbeiter des Energiekonzerns versuchten den Angaben zufolge zuerst selbstständig, die Bagger zu schützen. Zur Beruhigung der Situation wurden sie dann von Polizisten unterstützt, die sich zwischen die Demonstrierenden und die Sicherheitsleute stellten.

Eine 15-köpfige Gruppe fand sich dann laut Polizei zu einer Sitzblockade vor einem Bagger ein. Zwei weitere Teilnehmende besetzten zudem aufgestellte Dreibeine, sogenannte Tripods. Die Beamten beendeten die Aktion wegen Verstössen gegen das Versammlungsrecht und nahmen die insgesamt 17 Beteiligten in Gewahrsam.

Zur Ausdehnung des Kohletagebaus hatte RWE den Ort Lützerath ursprünglich bis September vergangenen Jahres abreissen wollen. Die Umsiedlung der Bewohner hatte bereits im Jahr 2006 begonnen. Gegner kämpften aber mit zahlreichen Gerichtsverfahren gegen das Vorhaben.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied jedoch Ende März, dass RWE die betroffenen Grundstücke abbaggern und die dafür erforderlichen Vorbereitungen treffen dürfe. Daraufhin verkaufte der letzte Bewohner der Ortschaft seinen Hof an den Konzern. Seitdem gibt es immer wieder Demonstrationen von Klimaschützern.