Airline muss Betrunkene nicht mitfliegen lassen

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Wer in einen Flieger steigen will, sollte zuvor die Finger von Alkohol lassen. Welche Konsequenzen ein Vollrausch haben kann, zeigt ein Urteil aus München (D).

    duty-free
    Ein Mann streift durch die Alkohol-Abteilung im Duty-Free. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein betrunkenes deutsches Ehepaar war von Bord eines Flugzeugs verwiesen worden.
    • Der Mann klagte daraufhin einen Münchner Reiseveranstalter an.
    • Ein Gericht entschied aber nun, dass die Weigerung der Airline legal war.

    Eine Fluggesellschaft muss betrunkene Passagiere nicht mitfliegen lassen. Das hat das Amtsgericht München in einem Urteil entschieden.

    Ein Mann aus dem deutschen Bundesland Niedersachsen hatte einen Münchner Reiseveranstalter verklagt. Dies, weil die Airline sich geweigert hatte, ihn und seine Ehefrau nach einer Pazifikkreuzfahrt aus Australien zurückfliegen zu lassen. Die Begründung: Sie seien zu betrunken und damit fluguntauglich.

    Sie mussten das Flugzeug verlassen und einen neuen Flug für den kommenden Tag buchen. Nach Klägerangaben für rund 1750 Euro (rund 1930 Franken). Das Geld forderte er vor Gericht nun vom Reiseveranstalter zurück. Zusätzlich zu 600 Euro Schadenersatz für Umsatzverlust, der ihm als Rechtsanwalt durch den verspäteten Rückflug mindestens entstanden sei.

    Paar konnte nicht mehr geradeaus laufen

    Das Gericht bezog für sein Urteil unter anderem die Aussage einer Stewardess in einem anderen Zivilprozess in Frankfurt zu dem Streitfall ein. Demnach habe das Paar nicht geradeaus zu seinen Sitzen gehen können. Der Kläger, der noch vor dem Hinsetzen ein Glas Champagner forderte, habe sich anlehnen müssen, um nicht umzufallen.

    flugzeug
    Ein Ehepaar aus Deutschland wurde von Bord eines Flugzeugs verwiesen. (Symbolbild) - Pixabay

    Der Flugkapitän habe dann entschieden, der Mann werde nicht von Brisbane bis Dubai durchhalten. Und das Ehepaar des Flugzeugs verwiesen.

    Fluguntauglichkeit glaubhaft nachgewiesen

    Das war das gute Recht der Airline, wie das Münchner Amtsgericht urteilte. Die Fluguntauglichkeit der Passagiere sei glaubhaft nachgewiesen.

    «Ein wankender Gang beider Fluggäste, gerötete Gesichter, glasige Augen, Stützen des Klägers, Weinen der Ehefrau des Klägers, die Aussage, es gehe ihr nicht gut, starker Alkoholgeruch und mangelnde Konzentrationsfähigkeit des Klägers sowie der Umstand, dass dieser sich zum Stehen an die Wand anlehnen musste. Dies ist nach Auffassung des Gerichts als ausreichend anzusehen», hiess es in dem rechtskräftigen Urteil.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Handy
    Zum Handy aufladen
    Ein Flugzeug
    15 Interaktionen
    CO2-Kompensation
    Ryanair
    Vielfliegerprogramm

    MEHR IN NEWS

    Flydubai Copilot
    73 Interaktionen
    Passagier berichtet
    19 Interaktionen
    Zu viele Anfragen
    Brasilien Wahl
    34 Interaktionen
    Brasilien-Wahl

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    235 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    121 Interaktionen
    Neue Umfrage