AfD könnte dieses Jahr in Ostdeutschland absolute Mehrheit kriegen
Die AfD liegt erstmals vor der CDU und könnte im ostdeutschen Sachsen-Anhalt die Mehrheit holen. Eine CDU-Strategie könnte das sogar verstärken.

Das Wichtigste in Kürze
- Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erreichen.
- Eine CDU-Strategie könnte die AfD weiter stärken.
- Der SPD droht das Aus aus dem Parlament in Sachsen-Anhalt.
Für die Alternative für Deutschland (AfD) läuft es derzeit rund: Im aktuellen Deutschland-Trend der ARD überholt die Rechtsaussen-Partei erstmals die Regierungsparteien CDU/CSU.
Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die AfD demnach auf 27 Prozent Wähleranteil. Die CDU/CSU – auch bekannt als Union – kommen zusammen auf 24 Prozent. Die CDU stellt mit Friedrich Merz den Bundeskanzler.

Noch düsterer sieht es für die Regierungspartei SPD aus: Sie käme am Sonntag auf nur 12 Prozent und läge sogar hinter den Grünen mit 15 Prozent.
Die nächsten Bundestags-Wahlen finden aber voraussichtlich erst 2029 statt.
Doch schon dieses Jahr gibt es einen Stresstest: In den drei ostdeutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werden die jeweiligen Landesparlamente neu gewählt.
AfD gilt in Sachsen-Anhalt als «gesichert rechtsextremistisch»
Und auch hier läuft es für die AfD rund: Die Partei, die in Sachsen-Anhalt als «gesichert rechtsextremistische Bestrebung» eingestuft wird, könnte sogar die absolute Mehrheit erreichen!
Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von «Focus online».
Die AfD liegt im aktuellen Sachsen-Anhalt-Trend bei bereits 41 Prozent – weit vor der CDU mit 26 Prozent. Und ausgerechnet ein Plan der CDU könnte die AfD weiter stärken.
Grund dafür: Die CDU will den Wahlkampf offenbar stark auf ihren Kandidaten Sven Schulze ausrichten. Dieser ist seit Anfang Januar Ministerpräsident des Bundeslandes.
Dabei schaut die Partei auf eine Strategie aus Brandenburg. Dort setzte die SPD stark ebenfalls auf Ministerpräsident Dietmar Woidke. Er verknüpfte sein politisches Schicksal damit, dass die SPD mehr Stimmen als die AfD erhalte.
Mit Erfolg: Die Strategie führte da zu einer Mega-Mobilisierung. Auch CDU-Sympathisierende gaben ihre Stimme der SPD. Nur, damit die AfD nicht vorne liegt.
SPD könnte aus Sachsen-Anhalt-Parlament fliegen
Die CDU könnte diese Strategie auch in Sachsen-Anhalt versuchen. Dafür bräuchte sie aber Stimmen von SPD-Wählern, schreibt «Focus online».
Das Problem: Die SPD steht laut Umfragen nur bei 7 Prozent.
Fällt die SPD unter 5 Prozent, kommt sie nicht mehr in den Landtag. Dann wären nur noch AfD, CDU und Linke im Parlament.
Die CDU hätte dann zu wenig zusätzliche Stimmen und die AfD könnte stärkste Partei werden.
AfD braucht nicht 50 Prozent der Stimmen für absolute Mehrheit
Wenn nur drei Parteien im Parlament sitzen, werden die Sitze unter weniger Parteien verteilt. Dadurch würde die AfD die meisten Sitze erhalten.
Weil nur drei Parteien im Landtag wären, würden ihre Stimmen stärker zählen. So könnte die AfD auch mit weniger als 50 Prozent die Mehrheit der Sitze bekommen – sprich die absolute Mehrheit.
Die Folge: Eine Polarisierung des Wahlkampfs zwischen dem CDU-Kandidaten Schulze und Ulrich Siegmund von der AfD könnte zum Eigentor werden.



















