AfD: 20'000 Menschen protestieren am Parteitag in Erfurt (D)
Die Alternative für Deutschland (AfD) hält am Wochenende ihren Parteitag in Erfurt (D). Am Samstagmorgen gehen tausende Gegner auf die Strassen.

Das Wichtigste in Kürze
- 20'000 Menschen protestieren am Samstagmorgen in Erfurt gegen den AfD-Parteitag.
- Die Gegner der Partei blockieren eine Autobahn und Zufahrtsstrassen.
- Die AfD konnte den Parteitag trotzdem pünktlich starten.
Tausende Menschen protestieren am Samstag gegen den Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Erfurt. Kurz vor 9 Uhr morgens spricht die Polizei Thüringen von 20'000 Teilnehmenden.
Die Protestierenden blockieren die Autobahnen A71, diverse Strassen und den Gothaer Platz in Erfurt.

Der Protest sei «legitim», schreibt die Polizei. «Deshalb gehen wir mit Blockaden im Stadtgebiet und Umland versammlungsfreundlich und kommunikativ um. Räumungen erfolgen erst, wenn mehrere Gespräche zur Auflösung erfolglos bleiben.»
Aktuell sind rund 20.000 Teilnehmende unterwegs.
— Polizei Thüringen (@Polizei_Thuer) July 4, 2026
Protest ist legitim. Deshalb gehen wir mit Blockaden im Stadtgebiet und Umland versammlungsfreundlich und kommunikativ um. Räumungen erfolgen erst, wenn mehrere Gespräche zur Auflösung erfolglos bleiben.
Neue Blockaden:
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Einzelne Demonstranten, die das Weiterkommen eines anderen Demonstrationszuges behinderten, wurden von Polizisten weggezogen oder weggetragen, beobachtete ein dpa-Reporter.
Insgesamt werden rund 50'000 AfD-Gegner erwartet, darunter auch hunderte Gewaltbereite. Beim AfD-Bundesparteitag Anfang 2025 in Riesa protestierten nach unterschiedlichen Angaben zwischen 10'000 und 15'000 Menschen.

Auf der Clara-Zetkin-Strasse sollen am Samstag ein AfD-Bürgerbüro und Polizisten mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen worden sein, berichtet Das Erste.
Parteitag beginnt pünktlich
Der AfD-Parteitag hat derweil ohne Verzögerungen begonnen. Zahlreiche der rund 600 Delegierten waren bereits Stunden vor dem offiziellen Beginn angereist, um die Strassenblockaden zu vermeiden.
Die Halle war anders als bei früheren Parteitagen bereits lange vor dem geplanten Beginn gut gefüllt. Einem Sprecher zufolge waren vor 5 Uhr bereits 540 Delegierte auf dem Messegelände.

Bei dem Treffen in der Erfurter Messe soll der Bundesvorstand der Partei neu gewählt werden. Die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla treten zur Wiederwahl an. Gegenkandidaten waren bis kurz vor Beginn nicht bekannt.
Daneben werden zwölf weitere Posten des Vorstandes neu besetzt. Dabei kommt es auf mehreren Positionen, etwa bei den Stellvertreterposten, zu Kampfkandidaturen.
Teilweise treten AfD-Politiker aus demselben Landesverband gegeneinander an. Auch der Chef der im vergangenen Jahr gegründeten neuen AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, soll in das Führungsgremium der AfD gewählt werden.
Minister: Polizeieinsatz generalstabsmässig vorbereitet
Thüringens Polizei hat sich nach Angaben von Innenminister Georg Maier (SPD) seit Wochen für den Grosseinsatz gerüstet. Es habe eine «generalstabsmässige Vorbereitung» gegeben, sagte der Minister bei einem gemeinsamen Besuch des Polizeilagezentrums mit Ministerpräsident Mario Voigt (CDU).
Maier und Voigt appellierten erneute an die Demonstranten, ihren Protest gegen die AfD gewaltfrei vorzutragen. Er hoffe, dass es keine Verletzten gibt, sagte Voigt.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers liegen bisher keine Hinweise vor, dass bei den Protestaktionen oder Blockaden Teilnehmer oder Polizisten ernsthaft verletzt wurden.
Der deutsche Verfassungsschutz sieht bei der rechten AfD derweil eine weitere Radikalisierung. Rund 28'000 der 73'000 Parteimitglieder gelten als extremismusverdächtig.
















