Telegram ist eigentlich dafür bekannt, es mit dem Datenschutz besonders genau zu nehmen. Jetzt deutet sich möglicherweise eine Kehrtwende an.
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Der Instant-Messaging-Dienst Telegram ist vor allem wegen dem Datenschutz bei seinen Nutzern beliebt. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Telegram ist bei seinen Nutzern wegen dem Datenschutz beliebt.
  • In Deutschland scheint der Dienst aber enger mit Behörden zusammenarbeiten zu wollen.
  • Eine entsprechende Umfrage zum Thema wird derzeit an alle Deutschen User geschickt.

Das in Russland entwickelte Telegram ist bei Nutzern vor allem wegen dem Datenschutz beliebt. Der Instant-Messaging-Dienst ist bekannt dafür, nicht mit Regierungen oder Behörden zusammenzuarbeiten. Möglicherweise deutet sich in diesem Zusammenhang nun aber eine Kehrtwende an. Telegram befragt nämlich derzeit Millionen Nutzer in Deutschland, ob und wenn ja, wie viel Überwachung und Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden man sich vorstellen könne.

Konkret heisst es in einer Umfrage: «Wir, das Telegram Team, bitten dich uns deine Meinung mitzuteilen, wie die Daten der deutschen Telegram-Nutzer mit den deutschen Behörden, einschliesslich der deutschen Polizei (BKA), geteilt werden können (oder nicht).» Die Umfrage wird laut der «Bild»-Zeitung an User per Direktnachricht verschickt.

Nutzen Sie Telegram?

Telegram versichert dabei, dass es niemals Informationen über Chats oder Kontakte an Dritte oder staatliche Einrichtungen weitergebe. Seit 2018 erlaube aber die aktuelle Datenschutzerklärung, die Weitergabe von IP-Adressen und Telefonnummern von Terrorverdächtigen auf Anfrage der Regierung, die auf einem Gerichtsbeschluss basiert, offenzulegen, heisst es weiter.

«Wir führen diese Abstimmung durch, um herauszufinden, ob unsere deutschen Nutzer unsere aktuelle Datenschutzerklärung unterstützen oder ob sie die Zahl der Fälle, in denen Telegram potenziell Daten an Behörden weitergeben kann, verringern oder erhöhen möchten.»

Die «Bild»-Zeitung erklärt diesen Teil wie folgt: Telegram plant in Deutschland womöglich technische Änderungen oder eine Änderung der Nutzungsbedingungen. Damit könnten künftig entsprechende Daten an Behörden leichter weitergegeben werden.

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