Smartphone-Hersteller OnePlus begeht in Deutschland Steuerbetrug

    Rowena Goebel
    Rowena Goebel

    Deutschland,

    Der Smartphone-Hersteller OnePlus bezahlt in Deutschland keine Mehrwertsteuer. Die Strafverfolgung wird jedoch voraussichtlich auf sich warten lassen.

    oneplus
    Ein Handy von OnePlus. - Twitter/oneplus

    Das Wichtigste in Kürze

    • OnePlus wirbt mit toller Technik zu einem erschwinglichen Preis.
    • Wer in Deutschland Waren verkauft, muss 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen.
    • Dies gilt auch für Unternehmen mit Sitz im Ausland.

    Der chinesische Hersteller OnePlus verspricht maximale Technik zu einem geringen Preis. Womit sich weniger gut werben lässt: Die Firma betreibt in Deutschland Steuerbetrug.

    Die deutsche Justiz verfolgt auch Amazon und Ebay, um Steuerausfälle einzufordern. Auch der Handy-Produzent dürfte auf der Liste der Steuersünder stehen. Denn wenn man ein Smartphone der chinesischen Firma kauft, sucht man auf der Rechnung vergebens einen Mehrwertsteuer-Abzug.

    Auf Anfrage des Portals «gi2android» verwies das Unternehmen darauf, die Einfuhrsteuern zu bezahlen. Geht es aber um die Umsatzsteuer, sieht es wieder etwas anders aus. «Mit unserer derzeitigen Logistik-Struktur können wir keine europäische Steuerrechnung für unsere Produkte erstellen», so die Firma.

    OnePlus dürfte bald strafrechtlich verfolgt werden

    Dabei wird auch nicht darauf eingegangen, dass die Einfuhrsteuern bezahlt werden, um die Kunden vor anfallenden Zollgebühren abzusichern. Ausserdem behauptet die Firma, über keinen Sitz in Deutschland zu verfügen. Noch im Dezember wurde die OnePlus-Adresse in der Sternstraße 21, 80538 München zelebriert.

    OnePlus
    Pete Lau, Gründer und CEO von OnePlus. - Twitter/petelau2007

    Das EU-Recht schreibt Unternehmen, die in Deutschland Waren verkaufen, eine Umsatzsteuer-ID-Nummer vor. Sie müssen die erforderlichen 19 Prozent ausweisen und abführen, auch wenn sich der Firmensitz nicht in Deutschland befindet.

    Das neue Umsatzsteuerausfälle-Gesetz wurde erst zum Jahresbeginn aktiv. Deshalb muss damit gerechnet werden, dass die Strafverfolgung auf sich warten lassen wird. OnePlus dürfte es aber in seiner heutigen Form bald nicht mehr geben.

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