Die Cloud-Plattform Azure, OneDrive und das ganze Office-Paket - Microsoft ist zweifellos gut im Geschäft. Kommen Wettbewerber daran nicht mehr vorbei? Das Kartellamt soll jetzt prüfen.
Das Logo von Microsoft hängt an der Fassade eines Bürogebäudes im Münchener Stadtteil Schwabing. Foto: Peter Kneffel/dpa
Das Logo von Microsoft hängt an der Fassade eines Bürogebäudes im Münchener Stadtteil Schwabing. Foto: Peter Kneffel/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das deutsche Softwareunternehmen Nextcloud hat beim Bundeskartellamt beantragt zu überprüfen, ob Microsoft eine marktbeherrschende Stellung hat.

Das teilte der Unternehmensgründer Frank Karlitschek am Feitag mit und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Nextcloud steht in Konkurrenz zu Microsoft-Produkten wie Office 365, OneDrive, Azure und Teams.

In der Beschwerde der Stuttgarter Firma heisst es nun, der US-Konzern nutze seine Macht für den Verkauf von Paketlösungen für Microsoft Office. Auch die Kooperationsplattform Teams habe einen erheblichen Marktanteil, genau wie die Cloud-Lösung OneDrive. Die Beschwerde richtet sich vor allem gegen die tiefe Integration der Cloud-Lösung. Der Dienst werde Nutzern des weit verbreiteten Microsoft-Betriebssystems Windows bei relevanten Arbeitsschritten regelmässig angezeigt, argumentiert Nextcloud.

In der Beschwerde heisst es weiter, dass sich Microsoft ein «einzigartiges digitales Ökosystem über mehrere strategisch wichtige Märkte im digitalen Sektor» geschaffen habe. Dies führe zu einer «schwer angreifbaren Stellung von Microsoft für Wettbewerber». Beschwerdeführer Nextcloud arbeitet unter anderem für den Bund und dessen Bundescloud.

Bei der aktuell laufenden Kartelldebatte über einen möglichen Missbrauch einer Vormachtstellung im Markt der grossen Internet-Konzerne stehen bislang eher Firmen wir Google, Amazon und Apple im Fokus.

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