Nach Kritik: Münchens Bürgermeister legt FC-Bayern-Ämter nieder

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Nach heftiger Kritik und einem enttäuschenden Ergebnis bei einer Kommunalwahl am vergangenen Sonntag hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter seine Posten beim Fussballverein Bayern München niedergelegt.

    Dieter Reiter
    Dieter Reiter (SPD), amtierender Oberbürgermeister von München. - keystone

    «Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen. Ich hoffe sehr, dass das durch diese Entscheidung deutlich wird», begründete der 67-Jährige seinen Schritt. «Eine Entscheidung, die mir als Bayern-Fan seit Kindheit definitiv nicht leicht gefallen ist.»

    Reiter beendet damit ein mehrjähriges Amt im Verwaltungsbeirat des deutschen Fussballrekordmeisters und verlässt einen erst kürzlich angetretenen Posten im Aufsichtsrat. Die Kritik hatte sich wegen seines Umgangs mit den Mandaten und der damit verbundenen Vergütung entzündet. Nun kündigte Reiter an, diese Einnahmen nicht behalten zu wollen.

    Er habe seit 2021 aufgrund seiner Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat 90.000 Euro (rund 81.000 Franken) erhalten, die er auch jedes Jahr ordnungsgemäss versteuert habe, sagte der Sozialdemokrat. Diesen Betrag wolle er nun an soziale Projekte spenden.

    Kurz vor der Wahl hatte Reiter eingeräumt, seit geraumer Zeit 20.000 Euro im Jahr für seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern zu bekommen. Dass der Stadtrat das hätte genehmigen müssen, sei ihm nicht bewusst gewesen, erklärte Reiter, der seit zwölf Jahren Oberbürgermeister der Hauptstadt des Bundeslandes Bayern ist und ein Budget von neun Milliarden Euro verwaltet.

    «In den vergangenen Tagen ist mir sehr klar geworden – und die Münchnerinnen und Münchner haben es mir auch deutlich zu verstehen gegeben – dass ich hier eine eindeutige und unzweifelhafte Entscheidung treffen muss», sagte Reiter nun. «Deshalb habe ich den Verein informiert, dass ich sowohl auf mein Aufsichtsratsmandat als auch auf mein Amt als Verwaltungsbeiratsvorsitzender mit sofortiger Wirkung verzichte. Das schliesst auch die Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat mit ein, auf diese verzichte ich ebenfalls.»

    Bei der Kommunalwahl am Sonntag musste Reiter wohl auch wegen dieser Debatte herbe Verluste hinnehmen, während der Grünen-Kandidat Dominik Krause triumphierte. Am 22. März muss Reiter in einer Stichwahl gegen den 35-Jährigen antreten. «Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht», hatte Reiter nach Bekanntgabe der Ergebnisse in einer knappen Stellungnahme erklärt.

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    Kommentare

    User #4633 (nicht angemeldet)

    Die Deutschen wählen offenbar noch immer die Grünen - haben die denn aus Zeit der Ampel nichts gelernt? Deutschland ist echt nicht mehr zu helfen.

    User #1717 (nicht angemeldet)

    Das mit den 'Ehrenämtern' erhaltene Geld hat er gerne genommen und, wenn es nicht publik geworden wäre, auch behalten. Jetzt wird wieder von Politikverdrossenheit schwadroniert, wenn man eigentlich der Politiker überdrüssig ist, die sich durch ihre 'Nebentätitgkeiten' schamlos bereichern.

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