Studie

«Swing»-Gruppe entscheidet über Klimapolitik

Keystone-SDA
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Zürich,

Bei Klimaabstimmungen gibt eine grosse Gruppe Unentschiedener den Ausschlag. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der ETH Zürich. Für deren Zustimmung sind nicht Parteien, sondern vor allem die persönlichen Kosten und der Nutzen entscheidend.

ETH Zürich
Personen gehen über die Polyterrasse beim Hauptgebäude der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, am 30. November 2024. - keystone

Forschende der ETH Zürich haben für die Studie die Faktoren für die Akzeptanz von Klimapolitik untersucht. Wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte, befragte das Team im Sommer 2024 rund 19'000 Personen in 13 EU-Ländern zu 15 konkreten Klimavorlagen. Die Untersuchung war Teil des EU-Forschungsprojekts «Capable». Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» veröffentlicht.

Die Analyse teilte die Befragten in vier Gruppen ein. Die grösste Gruppe bildeten mit 36 Prozent die Befürworterinnen und Befürworter, die den meisten Klimaschutzvorschlägen zustimmten. Ihnen gegenüber standen 21 Prozent Gegnerinnen und Gegner. Weitere 10 Prozent wurden als Neutrale eingestuft, die an Abstimmungen nicht teilnehmen würden.

Als entscheidend für Mehrheiten erwies sich die Gruppe der Unentschiedenen, die mit 33 Prozent fast ebenso gross war wie jene der Befürworter. Diese Personen zeigten keine feste Grundhaltung für oder gegen Klimapolitik. Ihre Meinung hing stark von der jeweiligen Massnahme ab, weshalb die Studie den Fokus auf diese «Swing»-Gruppe legte.

Für die Entscheidungsfindung der Unentschiedenen war die persönliche Kosten-Nutzen-Bilanz ausschlaggebend. Finanzielle Aspekte und mögliche persönliche Einschränkungen standen dabei im Vordergrund. Diese Kosten-Nutzen-Abwägung war wichtiger als bisher als entscheidend geltende Faktoren wie Parteizugehörigkeit, Einkommen, Wohnort oder Bildungsniveau.

So lehnte diese Gruppe beispielsweise ein generelles Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren mit 73 Prozent klar ab. Wurde die Vorlage jedoch so formuliert, dass ein Ersatz durch synthetische Brennstoffe möglich wäre, sank die Ablehnung auf 39 Prozent.

Aus den Ergebnissen leiten die Forschenden mehrere Lehren für die Politik ab. So dürfe eine laute öffentliche Gegenwehr nicht mit einer mehrheitlichen Ablehnung verwechselt werden. Zudem müssten der Nutzen von Klimapolitik spürbar und die Kosten fair verteilt sein. Auch die Wahl des Instruments – etwa Steuern, Verbote oder Subventionen – sei eine strategische Entscheidung, da sie den Menschen Signale über Kosten, Kontrolle und Flexibilität sende.

Kommentare

Luxy-1

Kosten und Nutzen? Beim Klima geht es doch immer um Kosten.

User #3629 (nicht angemeldet)

Es braucht keine politik fürs klima

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