Im Silicon Valley spricht man sich inzwischen für den Datenschutz aus. Auch bei der Entwicklerkonferenz I/O 2019 ist die Google Privatsphäre Debatte Thema.
Google Privatsphäre
Pichai Sundararajan, CEO von Google demonstriert Duplex. Das Thema Google Privatsphäre ist bei der I/O 2019 ganz gross. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der diesjährigen Google I/O wird Privatsphäre ganz gross geschrieben.
  • Künstliche Intelligenz steht aber auch hoch im Kurs - und braucht Daten.

Auf der Google-Entwicklerkonferenz liefert ein Manager nach dem anderen ein Bekenntnis zur Privatsphäre ab. Doch die Zuhörer werden immer wieder vom Flugzeuglärm abgelenkt und blicken in den Himmel.

Eine kleine Propeller-Maschine mit einem Protestbanner kreist über der Freilicht-Bühne direkt am Google-Hauptquartier. «Google-Kontrolle ist nicht Privatsphäre», steht etwas kryptisch auf dem Schriftzug. Zusammen mit dem Hashtag «Rettet lokale Nachrichten». Die Google Privatsphäre Debatte ist auch hier Thema.

Daten für Künstlichen Intelligenz

Proteste bei Tech-Konferenzen gab es schon immer. Aber das ist eine neue Dimension, die eine Veranstaltung unter freiem Himmel erst möglich macht. Die Kritiker haben einen schicksalhaften Moment erwischt. Auf der diesjährigen Google I/O 2019 verspricht Google soviel Nutzen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, wie nie zuvor.

Der Konzern benötigt dafür aber auch mehr Daten der Nutzer denn je. Damit einher geht das Versprechen, verantwortungsvoll mit Daten umzugehen und den Nutzern die Kontrolle über ihre Privatsphäre zu geben.

Wettstreit um Privatsphäre

Zwischen den Tech-Konzernen ist ein Wettstreit darum ausgebrochen, wer die Daten und Privatsphäre seiner Nutzer besser schützt. Apple-Chef Tim Cook bezeichnet Privatsphäre schon längst als Menschenrecht, Microsoft-Lenker Satya Nadella stimmt ihm zu. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg verspricht nach den Skandalen der vergangenen Jahre, alles private bleibe privat. Was ist nun Googles Privatsphäre Versprechen?

Die zentrale Botschaft von Google-Chef Sunda Pichai: Wir sind da, um zu helfen. Google werde seine enormen Fähigkeiten bei Künstlicher Intelligenz dafür nutzen, den Alltag der Menschen besser zu machen.

Zum Beispiel indem eine Smartphone-App Menschen, die nicht lesen können, per Kamera erfasste Texte vorliest. Oder mit Software, die durch Auswertung von Computer-Tomographien besser als ein Arzt bösartigen Lungenkrebs erkennt. Reicht das, um bei der Google Privatsphäre Debatte zu überzeugen?

Spracherkennung direkt auf dem Gerät

Der neue Google Assistant liefert jetzt «die Kraft eines Rechenzentrums in der Tasche», schwärmt Google-Manager Scott Huffman. Die Software kann dank einem Durchbruch bei der Spracherkennung direkt auf den Geräten laufen – ganz ohne Cloud. Damit erfüllt der Assistant die Befehle so blitzschnell, dass es fast an Magie grenzt.

«Natürlich hat das einen Preis: Man muss seine Daten mit Google teilen», sagt Branchenalystin Carolina Milanesi vom Beratungsunternehmen Creative Strategies. «Der Assistant wird nur so smart sein, wie ausgiebig man ihn mit Daten füttert.» Aber sie glaube, dass für viele Verbraucher die Vorteile, die sie dadurch bekommen, faszinierend sein werden. Solange die Anwender von der smarten Anwendung profitieren und das Google Privatsphäre Versprechen glaubwürdig rüberkommt, kann das Konzept aufgehen.

Gesichtserkennung im Lautsprecher

Die Grenzen austesten in diesem Jahr könnte vor allem die Gesichtserkennung im neuen Nest Hub Max. Dies ist ein vernetzter Lautsprecher mit Display. Dank Gesichtserkennung kann das Gerät wissen, wer aus dem Haushalt sich gerade vor ihm befindet und die angezeigten Informationen anpassen.

Eine nützliche Personalisierung, erklärt Google. Und Manager des Konzerns versichern, dass alle Informationen zur Gesichtserkennung nur auf dem Gerät bleiben und nicht ins Netz kommen. Kann man diesem Google Privatsphäre Versprechen trauen?

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