Erster Spielfilm: KI-Figur soll «nächste Scarlett Johansson» werden
Sie soll Hollywood erobern – obwohl sie gar nicht existiert: Die umstrittene KI-Figur Tilly Norwood übernimmt erstmals die Hauptrolle in einem Spielfilm.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Filmstudio plant mit der KI-Figur Tilly Norwood einen abendfüllenden KI-Film
- Hollywood-Gewerkschafter kritisieren die KI-Figur als unfaire Kopie von Schauspielern
- Im Film «Misaligne» soll Norwood in einer digitalen Welt menschliche Gefühle entwickeln
Eine umstrittene, von Künstlicher Intelligenz generierte Figur mit dem Namen Tilly Norwood wird erstmals in einem Filmprojekt eingesetzt.
Der geplante Film «Misaligned» sei ihr erster abendfüllender KI-Spielfilm und die erste Produktion, in der Norwood «die Hauptrolle» übernehme. Das gab das in London ansässige KI-Studio Particle 6 bekannt.
Der als Comedy-Drama beschriebene Film befinde sich nun in der Entwicklung, hiess es weiter. Es sei eine «Hybrid-Produktion» mit traditionellen Film- und Fernsehtalenten, darunter Regisseure und Autoren, und KI-Spezialisten.
Laut der Beschreibung spielt die Story in einer digitalen Welt namens «Tillyverse». In dieser gerät die KI Tilly plötzlich in eine Krise und entwickelt menschliche Gefühle und Sehnsüchte.
«Zeigen, was möglich ist»
«Mit Tilly Norwood wollten wir der Kreativbranche von Anfang an aufzeigen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit KI alles machbar ist.» Das sagte die Unternehmerin und Gründerin von Particle 6, Eline van der Velden, in einer Mitteilung.
Die dunkelhaarige KI-Figur war 2025 beim Industrietreffen des Zürcher Film Festivals vorgestellt worden. Van der Velden sagte damals dem Magazin «Broadcast International»: «Wir wollen, dass Tilly die nächste Scarlett Johansson oder Natalie Portman wird.»
In Hollywood gab es empörte Reaktionen. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA wählte deutliche Worte: «Tilly Norwood ist keine Schauspielerin.»
Sie sei eine Figur, die von einem Computerprogramm generiert wurde, das auf der Arbeit unzähliger Darsteller aufbaue. Ohne Erlaubnis oder Vergütung.
Emily Blunt: «Wir sind verloren»
Auch Filmschaffende übten Kritik. Darunter Schauspielerin Emily Blunt («Der Teufel trägt Prada», «Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit»).

Im Interview mit dem Magazin «Variety» wurden ihr Aufnahmen von Norwood gezeigt. «Das ist KI? Meine Güte, wir sind verloren. Das ist sehr, sehr beunruhigend», sagte Blunt damals.


















