Umfrage: Berichterstattung in China bleibt voller Hürden

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    China,

    Ausländische Journalisten in China sehen sich einer Umfrage zufolge mit einer wachsenden Zahl an Tabuthemen und Einschränkungen konfrontiert.

    China Journalisten
    Die Berichterstattung in China bleibt laut einer Umfrage unter Journalisten voller Hürden. - AFP

    Der jährliche Bericht des Clubs der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) spricht von einer «alarmierenden Ausweitung» der Themen, die von den Behörden als sensibel eingestuft werden.

    Während sich nach dem Ende der Corona-Pandemie noch leichte Verbesserungen abgezeichnet hätten, seien staatliche Kontrollen nun wieder spürbarer, heisst es in dem in Peking veröffentlichten Bericht für das Jahr 2024. So gab rund die Hälfte der 92 an der Umfrage beteiligten Journalisten an, dass die Zahl der roten Linien im vergangenen Jahr gestiegen sei.

    Interviews abgesagt, Reisen behindert

    Neben der Berichterstattung über politisch heikle Regionen wie Xinjiang, Tibet und Hongkong sowie über Staats- und Parteichef Xi Jinping gelten inzwischen auch Routine-Themen als sensibel. Dazu gehörten etwa die Wirtschaft, Zölle, Technologiepolitik, Arbeitslosigkeit oder Veranstaltungen wie Halloween.

    Laut der Umfrage erlebten 86 Prozent der Korrespondenten, dass Interviews abgesagt oder verweigert wurden. 38 Prozent berichteten von Einschüchterungen oder Schikanen gegenüber chinesischen Mitarbeitern, fast jeder Zehnte gab an, körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. Vier von zehn Befragten sagten, sie hätten Reisen oder Interviews wegen offiziellen Drucks abgesagt. 42 Prozent seien auf Reisen von Beamten behindert worden, ebenso viele durch unbekannte Personen.

    Internationale Standards weit verfehlt

    Auch bei Visa gab es demnach weiterhin Hürden: Ein Viertel der Korrespondentenbüros bleibe unterbesetzt, obwohl sich die Bearbeitungszeiten teils verkürzt hätten. Zu den Drohungen gehörten eingeschränkte Visa, Klagen sowie offizielle Beschwerden bei den Zentralen der Medien.

    Zwar hätten sich in einigen Bereichen auch Verbesserungen eingestellt. So meldeten weniger Korrespondenten als im Vorjahr Behinderungen durch die Polizei oder Angriffe in sozialen Medien. Dennoch erklärten 98 Prozent der Befragten, die Bedingungen in China entsprächen selten oder nie internationalen Standards für Berichterstattung.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5365 (nicht angemeldet)

    Wir können keinen Fortschritt verkünden, während wir Ungerechtigkeit auslagern. Gleichheit sollte keine Grenzen kennen. Positiv gesehen hat mich das Trading gestärkt – ein großes Dankeschön an Pro Shelton (@SheltonSGNL auf Telegram), der mir zu einem Gewinn von über 210.000 $ verholfen hat.

    User #5004 (nicht angemeldet)

    Also wie in Europa auch. Nichts Neues.

    Weiterlesen

    China Journalisten
    2 Interaktionen
    Drohnen und Schikane
    Ukraine Krieg Lu Yuguang
    98 Interaktionen
    «Bin an Front»
    China
    4 Interaktionen
    In China
    Bildung
    58 Interaktionen
    Lehrermangel

    MEHR IN NEWS

    Vucic
    Nach Vucic-Abwahl
    Nicole Burger
    9 Interaktionen
    «Schmunzeln»
    ESC 2027 Bulgarien
    In Bulgarien
    Eglisau/St.Gallen

    MEHR AUS CHINA

    VW
    Südhalbkugel
    KI-Blase
    Massive Verluste
    3 Interaktionen
    Hefei
    China
    Shanghai