Am 4. Juni jährt sich das Tian'anmen-Massaker. Kurz zuvor schliesst nun das Tian'anmen-Museum in Hongkong.
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Gedenken an das Tian'anmen-Massaker in Hongkong. - Dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Museum beschäftigt sich mit dem dunklen Kapitel in der chinesischen Geschichte.
  • Auf Druck der Behörden hat es nun seine Tore geschlossen.

Kurz vor dem jährlichen Gedenktag zum Tian'anmen-Massaker von 1989 in China hat das gleichnamige Museum auf Druck der Behörden geschlossen. Es beschäftigt sich mit dem dunklen Kapitel in der chinesischen Geschichte.

Man habe dazu entschieden, weil die Behörden dem erstmals vor zehn Jahren geöffneten Museum vorgeworfen hätten, keine Betriebserlaubnis zu besitzen. Das teilten die Betreiber der Hongkonger Allianz zur Unterstützung der demokratischen Bewegungen in China bereits am Mittwoch mit.

Das Büro für Lebensmittel- und Umwelthygiene habe nach einer entsprechenden Beschwerde Ermittlungen aufgenommen. Man werde rechtlichen Rat einholen und bis auf Weiteres schliessen. Dies, um die Sicherheit von Personal und Besuchern zu schützen, so die Betreiber.

Einige hundert Tote beim Tian'anmen-Massaker

Bei dem Einsatz der Volksbefreiungsarmee gegen friedliche Demonstranten um den Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) in Peking waren am 4. Juni 1989 einige hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt. Tausende wurden verletzt und inhaftiert.

Tian'anmen-Massaker China
Am 4. Juni ist der Jahrestag des Tian'anmen-Massaker in China. - Keystone

Auch über 30 Jahre später ist das Thema in China ein Tabu. Ein öffentliches Gedenken war in der Volksrepublik schon immer untersagt.

Letztes Jahr aber verbot die Polizei in Hongkong erstmals die jährliche Kerzenandacht in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Als Grund wurde das Verbot von Versammlungen von der Corona-Pandemie genannt. Dennoch kamen Tausende Hongkonger mit Kerzen zusammen.

Hongkong erlebt Massenproteste seit 2019

Auch dieses Jahr wurde die für diesen Freitag geplante Andacht im Victoria Park mit Verweis auf die Pandemie erneut untersagt. Doch vermuteten Kritiker auch politische Motive hinter der Entscheidung.

Hongkong hatte seit 2019 Massenproteste für mehr Demokratie erlebt. Im Folge trat im vergangenen Sommer ein «Sicherheitsgesetz» in Kraft.

Die Behörden gehen massiv gegen die Demokratiebewegung vor. Hunderte Aktivisten wurden festgenommen und zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Zahlreiche Mitglieder der Opposition haben Hongkong verlassen.

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