Pornofilm mit digital verjüngter Darstellerin ist Kinderpornografie

    Keystone-SDA
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    Bellinzona,

    Das Bundesgericht bestätigt die Verurteilung eines Mannes: Pornografische Inhalte mit digital verjüngten Erwachsenen seien Kinderpornografie.

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    Das Bundesgericht urteilt: Ein Pornofilm mit digital verjüngter Darstellerin ist Kinderpornografie. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte einen Mann 2023 wegen harter Pornografie.
    • Er hatte bei Instagram ein pornografisches Video mit einer «Scheinminderjährigen» geteilt.
    • Das Bundesgericht hat seine Verurteilung nun bestätigt.

    Pornografische Bilder oder Videos mit digital zu «Scheinminderjährigen» verjüngten Erwachsenen fallen unter das Verbot «nicht tatsächlicher» Kinderpornografie. Damit bestätigte das Bundesgericht die Verurteilung eines Mannes durch das Zürcher Bezirksgericht.

    Das Zürcher Bezirksgericht verurteilte den Mann 2023 wegen harter Pornografie, der Darstellung von Gewalt und Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Geldstrafe und einer Geldbusse.

    Gericht
    Das Zürcher Bezirksgericht. - keystone

    Der Mann hatte bei Instagram ein pornografisches Video geteilt, das ein vorpubertäres Mädchen zeigte. Dabei war die Darstellerin «scheinminderjährig» – ihr Video wurde mittels digitaler Verjüngungstechnologie bearbeitet.

    Real oder virtuell?

    Seit 2014 stellt das Strafgesetzbuch neben der tatsächlichen, auch die «nicht tatsächliche» Kinderpornografie unter Strafe, wie das Bundesgericht in seinem am Montag veröffentlichten Urteil in Erinnerung rief. Die «nicht tatsächliche» Kinderpornografie schliesse auch rein virtuell erzeugte Inhalte mit ein.

    Instagram
    Ein Mann hatte auf Instagram ein pornografisches Video mit einer digital verjüngten Darstellerin geteilt. (Symbolbild) - keystone

    Bisher hatte das oberste Gericht jedoch noch nicht entschieden, ob fiktive Kinderpornografie, die mittels digitaler Verjüngungssoftware erstellt wurde, gesetzlich strafbar ist. Vor der Revision 2014 ergaben sich für den Gesetzgeber Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zwischen realen und virtuellen Darstellungen.

    Das Parlament kam damals zum Schluss, dass die Ahndung tatsächlicher Kinderpornografie erschwert werde, sollte «nicht reale» Kinderpornografie straffrei bleiben.

    Alter ist schwer nachweisbar

    Handelt es sich teilweise um virtuelle Kinderpornografie, dürfte es der ersten Strafkammer nicht einfacher fallen, das Alter der Akteurinnen und Akteure nachzuweisen. Dieses Problem könnte sich als noch komplexer erweisen, als es bei kinderpornografischen Zeichentrickfilmen der Fall ist, die heute unter Strafe stehen.

    Es bleibe umstritten, ob der Konsum von Kinderpornografie eine «korrumpierende Wirkung» habe, so die Richter. Gleiches gelte auch für eine mögliche Banalisierung auf dem realen Markt.

    In ihrem Urteil kamen die Richter jedoch zum Schluss, dass Pornografie, in der Erwachsene digital zu «Scheinminderjährigen» verjüngt werden, ebenso unter Strafe gestellt werden muss, wie «nicht effektive» Pornografie.

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