Sex-Skandal nach Geschäftsessen sorgt in China für Aufruhr

    Simon Huber
    Simon Huber

    China,

    Zwei Männer sollen in China nach einem Geschäftsessen eine Frau sexuell angegriffen haben. Der Fall sorgt landesweit für Aufsehen.

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    Zwei Männer sollen in Hangzhou nach einem Geschäftsessen eine Frau sexuell genötigt haben. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwei Männer stehen in Hangzhou unter Verdacht der sexuellen Nötigung.
    • Der Fall erreichte über 500 Millionen Aufrufe auf der Plattform Weibo.
    • Beide Männer wurden bereits von ihren Posten entlassen.

    Was als Geschäftsessen zur Feier eines Immobiliendeals begann, endete laut Behördenangaben in einem Übergriff: Ein leitender Angestellter sowie ein lokaler Beamter stehen unter Verdacht.

    Sie sollen in einer Karaoke-Bar in Hangzhou eine Frau aus ihrer Runde sexuell genötigt haben. Die Frau wurde dabei verletzt und musste ins Spital.

    Fall sorgt für viralen Aufruhr

    Wie «CNN» berichtet, wurden beide Männer wegen des Verdachts in Untersuchungshaft genommen und von ihren Posten entlassen. Nachdem der Fall in den vergangenen Tagen öffentlich wurde, verbreitete er sich rasant über soziale Medien. Allein auf der Plattform «Weibo» erreichte er über 500 Millionen Aufrufe.

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    In Hangzhou sorgt ein mutmasslicher Übergriff nach einem Geschäftsessen für Aufsehen. (Symbolbild) - keystone

    Im Zentrum der Debatte steht Chinas verbreitete Trinkkultur bei Geschäftsessen. In einem Land, in dem Männer Wirtschaft und Politik dominieren, geraten weibliche Angestellte bei solchen Anlässen oft in riskante Situationen.

    Fokus liegt auf Trinkkultur statt auf Übergriff

    Der Fall trifft dabei auf ein zentrales Anliegen Pekings: Den jahrelangen Kampf gegen Vetternwirtschaft und Amtsmissbrauch, wozu auch exzessive Geschäftsessen mit viel Alkohol zählen.

    Mehrere Staatsmedien kritisierten die «verzerrte Kultur des exzessiven Trinkens bei Geschäftsessen». Der Fokus lag dabei vielerorts eher auf diesem Aspekt als auf dem eigentlichen mutmasslichen Übergriff.

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    Ein Manager und ein Beamter stehen unter Verdacht der sexuellen Nötigung. (Symbolbild) - pexels

    Lokale Medien identifizierten die Beschuldigten als Personen mit Verbindungen zu staatlichen Institutionen. Einer von ihnen war Führungskraft bei einem staatlich unterstützten Immobilienkonzern. Genau jene Art von Amtsträgern, gegen deren Verhalten Peking eigentlich vorgehen will.

    Frauen oft unter Druck gesetzt

    Laut Berichten des staatsnahen Portals «The Paper» war die betroffene Frau Angestellte einer Immobilienfirma. Ihr Vorgesetzter habe sie zu dem Treffen gerufen. Dort sei sie unter Druck gesetzt worden, Alkohol zu trinken.

    In sozialen Medien tauschten sich zahlreiche Nutzerinnen daraufhin über eigene Erfahrungen mit der Firmen-Trinkkultur aus. Ein Kommentar, der über 25'000 Likes erhielt, beschrieb Frauen bei solchen Anlässen als «Opfergaben» oder «Verhandlungsmasse».

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    Die betroffene Frau wurde bei dem Vorfall verletzt und musste ins Spital. (Symbolbild) - keystone

    Wer eine Einladung zu solchen Geschäftsessen ablehne, riskiere viel. In Chinas hart umkämpftem Arbeitsmarkt gelte man schnell als unkooperativ, so mehrere Stimmen im Netz. Frauen fühlten sich deshalb oft gezwungen, teilzunehmen und Alkohol nicht abzulehnen.

    Nicht der erste Fall dieser Art

    Bereits 2021 sorgte ein ähnlicher Fall beim Technologiekonzern Alibaba für Aufsehen: Eine Angestellte hatte ihrem Chef und einem Kunden vorgeworfen, sie nach einem Geschäftsessen sexuell angegriffen zu haben.

    Der Kunde wurde damals zu 18 Monaten Haft verurteilt, ein seltener juristischer Erfolg in solchen Fällen. Die Frau selbst wurde jedoch entlassen, nachdem sie ihre Geschichte im firmeninternen Netzwerk geteilt hatte.

    Sollten Firmen Alkohol bei Geschäftsessen stärker einschränken?

    China hat die Gesetze gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in den vergangenen Jahren verschärft. Kritiker bemängeln aber, dass die Regelungen insgesamt noch unterentwickelt und selten angewendet würden.

    Die Behörden in Hangzhou kündigten an, den aktuellen Fall «ernsthaft und ohne jede Nachsicht» zu behandeln.

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    Kommentare

    User #4298 (nicht angemeldet)

    Würde gerne mal auf einer Trump- oder Xi-Party nach Mitternacht filmen, dass wäre wahrscheinlich für XXX-Kanäle zuviel. Und von den mächtigen Scheichs die Moral predigen ganz zu schweigen! Es gibt zu viele unantastbare Epsteins auf dieser Welt!

    User #4097 (nicht angemeldet)

    Diese Trinken mit Frauen in Karaoke Bars Kultur herrscht auch in S.Korea.... auch das Mobbing auf dem Arbeitsplatz...

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