Unitree startet mit über 600 Prozent Kursplus an der Börse
Unitree erlebt in Shanghai einen spektakulären Börsenstart: Die Aktie steigt zur Eröffnung um 629 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis.

Der chinesische Roboterbauer Unitree hat am Mittwoch einen aussergewöhnlichen Börsenstart hingelegt. Die Aktie eröffnete an der technologielastigen Star-Börse in Shanghai bei rund 1100 Yuan, berichtet die «Tagesschau».
Damit lag der Kurs 629 Prozent über dem Ausgabepreis von 150,80 Yuan, schreibt die «Zeit». Im weiteren Handel gab die Aktie einen Teil der Gewinne ab und schloss 460 Prozent höher bei 845 Yuan.
Beim Eröffnungskurs wurde Unitree mit umgerechnet rund 57 Milliarden Euro bewertet. Der Börsengang brachte dem Unternehmen rund 780 Millionen Euro frisches Kapital ein.
Unitree zwischen Anlegerboom und Industriepolitik
Unitree gab für den Börsengang rund 40,45 Millionen neue Aktien aus. Bereits vor dem Handelsstart war die Nachfrage enorm, denn die Privatanleger-Tranche war mehr als 8000-fach überzeichnet, so die «Tagesschau».
Das Unternehmen wurde 2016 im ostchinesischen Hangzhou gegründet. Unitree entwickelt vierbeinige Roboterhunde und humanoide Maschinen, die unter anderem laufen, tanzen und Kampfsportbewegungen ausführen können.
Der Börsengang fällt in eine Phase, in der Peking Robotik zu einem strategisch wichtigen Technologiefeld erklärt hat. Nach Einschätzung des Unternehmensberaters Thomas Derksen entspricht Unitrees Börsengang damit der industriepolitischen Linie Chinas, berichtet das «SRF».
Staatliche Förderung trifft auf starkes Umsatzwachstum
Die Förderung ist auch im aktuellen chinesischen Fünfjahresplan festgeschrieben. Provinzen, Städte sowie staatliche und private Anleger investieren Milliarden in Robotikunternehmen und Start-ups.
Das frische Kapital soll vor allem in Forschung, Entwicklung und die Massenproduktion fliessen. Gleichzeitig wurden die regulatorischen Hürden für Unitrees Börsengang ungewöhnlich schnell überwunden.
Unitree steigerte seinen Umsatz 2025 auf rund 1,7 Milliarden Yuan beziehungsweise etwa 218 Millionen Euro. Der Nettogewinn lag bei 278 Millionen Yuan, während das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 5500 humanoide Roboter auslieferte.
Unitree muss den Praxistest bestehen
Die Bewertung an der Börse übersteigt damit die bisherigen Geschäftszahlen deutlich. Zugleich steht der breite kommerzielle Einsatz humanoider Roboter noch am Anfang.
Für Unitree verschärft sich zudem der Wettbewerb innerhalb Chinas. Dem «SRF» zufolge drängen wegen der staatlichen Förderung zahlreiche Unternehmen in die Branche, was den Konkurrenzkampf noch verschärft.

Unitrees Roboter müssen deshalb zunehmend praktische Aufgaben übernehmen können. Als mögliche Einsatzorte nennt das «SRF» Fabriken, Verkaufsläden und Hotels.
USA schränken Importe ein
Zusätzlichen Druck erzeugt die Entwicklung auf dem US-Markt. Die US-Kommunikationsaufsicht FCC hat im Juli die Einfuhr bestimmter ausländischer humanoider und vierbeiniger Roboter aus Sicherheitsgründen untersagt, berichtet die «Tagesschau».
Die Massnahme zielt nach Angaben der US-Behörde auf mögliche Risiken für die nationale Sicherheit. Gleichzeitig beginnt in Peking die World Robot Conference, bei der neben chinesischen Herstellern auch deutsche Unternehmen vertreten sind.
Dabei rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, welchen wirtschaftlichen Nutzen humanoide Roboter tatsächlich liefern können. Für Unitree folgt auf den spektakulären Börsenstart damit der nächste Schritt in einem zunehmend umkämpften Robotikmarkt.












