Die Zahl der Toten bei starkem Regen und Erdrutschen im Nordosten von Brasilien ist auf mindestens 91 gestiegen. Weitere 26 Menschen im Bundesstaat Pernambuco wurden vermisst, wie der Zivilschutz auf Twitter am Montag mitteilte. Demnach suchten zudem rund 5000 Personen Schutz in Aufnahmestellen, 14 Gemeinden rund um die Hafenstadt Recife befanden sich im Notstand. Die Stadtverwaltung von Recife sagte die traditionellen Junifeste (Festa Juninas) ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • «Alle sind gestorben und ich bin geblieben», zitierte das brasilianische Nachrichtenportal «G1» einen Maurergehilfen, der seine Mutter, Grosseltern und Cousins verlor.

Andere suchten noch nach verschütteten Familienangehörigen. Eine Rentnerin sagte: «Ich möchte nur meine Schwester finden. Mein Gott, was für eine Tragödie.»

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro überflog einige der am meisten betroffenen Gebiete und kündigte Hilfsmassnahme an. «Leider passieren diese Katastrophen. Ein Land kontinentalen Ausmasses hat seine Probleme», sagte er «G1» zufolge in einer Pressekonferenz. In Brasilien hatte es in den vergangenen Monaten in verschiedenen Bundesstaaten zahlreiche Tote durch Erdrutsche und Überschwemmungen gegeben. Ende Februar waren dabei in Petrópolis in der Bergregion von Rio de Janeiro mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

Im Grossraum Recife fielen innerhalb von 24 Stunden über 200 Liter Regen pro Quadratmeter, wie die Regierung des Bundesstaats Pernambuco mitteilte. Der Gouverneur von Pernambuco, Paulo Câmara, gab Hilfsmittel in Höhe von 100 Millionen Reais (19,7 Mio Euro) frei.

Die Todesfälle wurden seit Beginn der Unwetter am Mittwoch registriert. Allein am Wochenende kamen demnach 79 Menschen ums Leben. «Obwohl es jetzt erst einmal aufgehört hat zu regnen, erwarten wir für die nächsten Tage weiter starken Regen. Das Wichtigste ist also die Aufrechterhaltung der Schutzmassnahmen», sagte der Minister für regionale Entwicklung, Daniel Ferreira.

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