Brasilianische Indigene besetzen Hafen von US-Agrarkonzern

Keystone-SDA
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Brasilien,

Bei Protesten gegen die Ausbaggerung von Flüssen im Amazonasgebiet haben brasilianische Ureinwohner den Flusshafen des US-Agrarunternehmens Cargill im Norden des Landes besetzt. Der Betrieb bei Santarém im Bundesstaat Pará sei komplett unterbrochen worden, teilte das Unternehmen mit. Die Mitarbeiter seien aus dem Gelände evakuiert worden.

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Bei Demonstrationen gegen die Ausbaggerung von Flüssen im Amazonasgebiet haben indigene Gemeinschaften Brasiliens den Flusshafen des US-Agrarkonzerns Cargill im Norden des Landes besetzt. - keystone

«Wir sind hier, weil wir unser Recht auf Existenz verteidigen», hiess es nach der Besetzung in einer Mitteilung der Organisation Conselho Indígena Tapajós e Arapiuns (Cita), die 14 indigene Bevölkerungsgruppen vertritt. Die Ureinwohner prangern die «Privatisierung» der Amazonas-Flüsse an, denn dadurch würden ihre Lebensgrundlagen bedroht. Die Flüsse sind für die Konzerne strategisch wichtig, um Getreide und Rohstoffe zu exportieren.

Cargill sprach von einer gewalttätigen Aktion, nachdem ein Gerichtsbeschluss die Aufhebung der Blockade angeordnet hatte. Zudem hätten Demonstranten die Fassade des Hauptsitzes von Cargill in der Stadt São Paulo stark beschädigt.

Ureinwohner blockierten bereits seit einem Monat die Zufahrt für Fahrzeuge zum Getreide-Terminal. Ein Bundesgericht ordnete den brasilianischen Behörden am Mittwoch an, innerhalb von 48 Stunden die Blockade zu entfernen. Die Besetzung des Terminals erfolgte am frühen Samstagmorgen Ortszeit.

Zu den Hauptforderungen der indigenen Organisationen zählt die Aufhebung eines im August verabschiedeten Dekrets der brasilianischen Regierung, das private Konzessionen und Infrastrukturprojekte in drei Amazonas-Wasserstrassen ermöglichen würde.

Kommentare

User #2229 (nicht angemeldet)

Da ist aber guter Rat sehr teuer. Indigene hatten noch nie die Gnade der Macht, um etwas zu ändern. Hat Kl eine Idee, die hilfreich wäre?

User #3380 (nicht angemeldet)

Die grössten Rohstoffraubritter sind die Brasilianer selbst. Bis 2030 wird Brasilien der fünftgrösste Erdölproduzent der Welt sein. Unter grüner Politik verstehe ich etwas anderes...

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