«Freude und Schuldgefühle» – CNN-Reporterin Clarissa Ward schildert ihre Flucht aus Afghanistan und die Reise im vollgestopften Rettungsflugzeug.
Clarissa Ward
Die CNN-Journalistin Clarissa Ward spricht über ihre Flucht aus Afghanistan. - Screenshot CNN

Das Wichtigste in Kürze

  • Die CNN-Journalistin Clarissa Ward konnte aus Afghanistan flüchten.
  • Nun erzählt sie von der Reise in dem vollen Flugzeug.
  • Sie selbst konnte wieder nach Hause, viele Afghanen sind jedoch immer noch gestrandet.

Die Lage am Flughafen in Kabul ist weiterhin prekär. Tausende Menschen warten immer noch darauf, Afghanistan über den Luftweg zu verlassen. Am Montagmorgen ist es am Flughafen sogar zu einem Feuergefecht gekommen, dabei wurde eine afghanische Sicherheitskraft getötet.

Taliban Afghanistan
Kämpfer der Taliban kontrollieren an einem Wachposten in Kabul am 18. August 2021 Fahrzeuge.
Taliban Afghanistan
Kämpfer der Taliban patrouillieren am 17. August schwer bewaffnet durch Kandahar.
Taliban Afghanistan
Mehrere Taliban sprechen am 17. August 2021 in Kandahar zu Journalisten.
Taliban Afghanistan
Kämpfer der Taliban posieren am 18. August 2021 in Kabul für ein Foto.
Taliban Afghanistan
Taliban-Mitbegründer Mullah Abdul Ghani Baradar.

Eine der Glücklichen, die das Land bereits verlassen konnte, ist die CNN-Reporterin Clarissa Ward. «Hunderte von uns wurden mitten in der Nacht in ein grosses Flugzeug gestopft», erzähl sie in der Sendung. Sitzplätze gab es keine, «wie Sardinen wurden wir zusammengepfercht».

Menschen während dem Flug zusammengebrochen

«Die Menschen hatten so grosse Angst», erinnert sich Ward. «Weil ich westlich aussehe, haben alle gehofft, dass ich die Antworten auf ihre Fragen habe.» Menschen seien sogar in Ohnmacht gefallen, da sie so müde und erschöpft waren.

Clarissa Ward
Die CNN-Journalistin musste mitten in der Nacht vom Flughafen Kabul flüchten.
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Im Flugzeug seien sie «wie Sardinen» zusammengepfercht gewesen.

Doch die gelungene Flucht habe zwei Seiten: «Einerseits freut man sich so sehr, dass man es geschafft hat. Aber andererseits ist da auch diese Schuld, diese Trauer und man fragt sich: ‹Wieso hatten wir das Glück und was passiert mit dem Rest?›»

Nach ihrer Landung in Katar musste Ward einen Corona-Test machen. «Ja, das war merkwürdig plötzlich wieder so in die Realität zurückgeholt zu werden. In einer Situation wie in Afghanistan ist man so weit weg von der Realität.» Die Behörden in Katar seien «sehr überfordert, aber sie versuchen ihr Bestes.»

Nicht alle Personen aus Katar ausgeflogen

Weil der Flughafen in Katar so überfordert ist, würden die Flugzeuge manchmal stundenlang auf der Piste stehen, ohne dass die Passagiere aussteigen könnten. «Das ist fatal, denn es ist so heiss und so feucht», beschreibt Ward die Situation.

Kabul Taliban
Die Situation am Flughafen von Kabul bleibt angespannt. - AFP

Sie und viele andere hatten das Glück weiterzureisen und nach Hause zu können. «Doch für all die Afghanen in diesem Flug, gab es diese Möglichkeit nicht.» Einige konnten weiter in die USA reisen, so auch der CNN-Dolmetscher. «Ich war so glücklich für ihn», so Ward.

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