Dänemark und Kanada haben eine Grenze auf der unbewohnten Hans-Insel gezogen. Damit endet der «freundlichste aller Kriege».
Jeppe Kofod (M), Aussenminister von Dänemark, und Mélanie Joly (r), Aussenministerin von Kanada.
Jeppe Kofod (M), Aussenminister von Dänemark, und Mélanie Joly (r), Aussenministerin von Kanada. - Justin Tang/The Canadian Press/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Grenzstreit zwischen Kanada und Dänemark auf der Hans-Insel wurde beigelegt.
  • Nach über 50 Jahren wurde die kleine Insel zwischen den beiden Ländern aufgeteilt.
  • Expeditionen haben jeweils die Flagge entfernt und eine Whisky-Flasche zurückgelassen.

Dänemark und Kanada haben einen knapp 50 Jahre andauernden Konflikt beendet und eine Landgrenze auf einer zwischen beiden Ländern umstrittenen Insel geschaffen.

Die Hans-Insel im hohen Norden zwischen Kanada und Grönland habe im vergangenen halben Jahrhundert 26 kanadische Aussenministerinnen und Aussenminister beschäftigt, sagte Kanadas Chefdiplomatin Mélanie Joly bei einer Zeremonie in Ottawa zusammen mit dem dänischen Aussenminister Jeppe Kofod und dem grönländischen Premierminister Múte B. Egede.

Hans-Insel
Eine dänische Delegation auf der Hans-Insel. - Keystone

Bei dem historischen Kompromiss geht es um die kleine, unbewohnte Hans-Insel, die man bei einem Grenzabkommen 1973 aussen vor gelassen hatte. Danach beanspruchten die Länder den kargen Felsen ohne bekannte Rohstoffe als ihr Eigentum.

Das führte einige Jahre lang zu einem kuriosen Ritual: Bei jeder Expedition auf die 1,3 Quadratkilometer kleine Insel etwa 1100 Kilometer südlich des Nordpols wurde die Flagge des jeweils anderen Landes entfernt und die eigene gehisst. Zugleich liess man dem anderen eine Flasche mit landestypischem Schnaps da: Der «Whisky-Krieg» war geboren.

«Freundlichster aller Kriege»

«Ich glaube, es war der freundlichste aller Kriege», sagte Aussenministerin Joly. Sie betonte angesichts von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine die Bedeutung der friedlichen Einigung in einem Grenzstreit: «Wir wissen, dass wir diplomatisch zusammenarbeiten können, um Streitigkeiten auf der Grundlage von Regeln und Prinzipien beizulegen.» Aussenminister Kofod ergänzte: «Diplomatie und Rechtsstaatlichkeit funktionieren tatsächlich.» Nach der Unterzeichnung der Einigung tauschten sie zwei Flaschen Schnaps aus.

Die Arktisinsel Grönland gehört zum dänischen Königreich. Zwar verwaltet sie sich in weiten Teilen selbst, für Aussen- und Verteidigungspolitik sind allerdings die Dänen zuständig.

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