Wer kann Top-Favorit Finnland im ESC-Final die Stirn bieten?
Das Rennen geht ohne die Schweiz weiter: Am Samstagabend entscheidet sich in Wien, wer den 70. Eurovision Song Contest (ESC) gewinnt. Zu erwarten ist eine Show voller Pathos, Jubiläumsgefühlen und – will man den Wettquoten glauben – ein finnischer Sieg.

Die Buchmacher sagen für Finnland Stand Samstagabend eine Gewinnchance von 40 Prozent voraus. Der Song «Liekinheitin» der Violinistin Linda Lampenius und des Sängers Pete Parkkonen soll demnach das Rennen machen und die gläserne Trophäe sichern.
Australien mischt in den Prognosen vorne mit und könnte dem nordischen Land die Stirn bieten: Der Pianistin und Sängerin Delta Goodrem wird eine Siegeschance von 22 Prozent zugeschrieben. Ihr Auftritt enthält einen goldenen Flügel.
Was auffällt: Nicht nur die Favoriten setzen auf klassische Instrumente. Auch die Beiträge beispielsweise aus Litauen, der Ukraine, Frankreich und Albanien greifen darauf zurück. Vor allem Albanien setzt mit dem pathosgeladenen, vom Chor verstärkten Song «Nân» auf grosse Emotionen – und bleibt damit nicht das einzige Land, das auf eine ordentliche Portion Dramatik setzt.
Neben den Acts wird auch das 70. Jubiläum gefeiert. Zuschauende können sich auf ein Wiedersehen mit vergangenen ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern einstellen. Und auf Musik, die die ESC-Geschichte geprägt hat.
25 Länder treten in Kürze gegeneinander an. Neben den 20 Teilnehmenden, die sich in den Halbfinals durchgesetzt haben, sind das die «Big Four» und das Gastgeberland Österreich.
Dieses Jahr treten nur die «Big Four» – Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich (Grossbritannien und Nordirland) und Italien – an. Spanien boykottiert den Wettbewerb aus Protest gegen die Teilnahme Israels, ebenso boykottieren ihn die Niederlande, Slowenien, Irland und Island.
Israels Teilnehmer Noam Bettan ist Finalist und wird mit dem Song «Michelle» antreten. Beim Halbfinal von Dienstag kam es bei seinem Auftritt zu Zwischenrufen, vier Personen wurden aus der Halle verwiesen. Auch am Finaltag demonstrierten in Wien einige Hundert Menschen gegen Israels Teilnahme; Zwischenfälle blieben am Nachmittag laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA aus.
Das «Grand Final» des ESC wird ab 21 Uhr im Schweizer Fernsehen übertragen.






