Interpol

    Wahl zum Interpol-Präsidenten: Kritik am Kandidaten aus den Emiraten

    Ein Kandidat für die Interpol-Präsidentschaft steht in der Kritik. Er soll Personen willkürlich festgenommen und gefoltert haben.

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    Das Logo von Interpol. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ahmed al-Raisi steht wegen Folter- und Willkür-Vorwürfen in der Kritik.
    • In fünf Ländern ist er deswegen angeklagt worden.
    • Er ist der Kandidat der Vereinigten Arabischen Emirate für die Interpol-Präsidentschaft.

    Kurz vor der Wahl eines neuen Präsidenten der internationalen Polizeiorganisation Interpol gibt es scharfe Kritik an einem aussichtsreichen Kandidaten. Ahmed al-Raisi, seit 2015 Generalinspekteur beim Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate, steht laut Kritikern für einen aggressiven Sicherheitsapparat, in dem Abweichler willkürlich festgenommen oder gar gefoltert werden. Ihnen zufolge wäre seine Wahl in die Spitze der Organisation ein dramatisches Signal.

    Ahmed al-Raisi
    Ahmed al-Raisi, umstrittener Kandidat für das Amt des Interpol-Präsidenten. - Keystone

    Die Entscheidung soll am Donnerstag in Istanbul fallen. Vertreter der 194 Interpol-Mitgliedstaaten treffen sich dort seit Dienstag über drei Tage zu ihrer Generalversammlung. Auch die Tschechin Sarka Havrankova kandidiert, derzeit Vizepräsidentin im Exekutivkomitee. Der Posten wird planmässig alle vier Jahre neu besetzt.

    Kandidat wegen Foltervorwürfen in fünf Ländern angeklagt

    In mindestens fünf Ländern wurde gegen Al-Raisi im Zusammenhang mit Foltervorwürfen Klage eingereicht. In der Türkei haben Anwälte im Namen des Golfzentrums für Menschenrechte Anzeige gestellt. Es gebe «klare Beweise», dass er für die «Folterpolitik» gegen politische Gegner in den Emiraten verantwortlich sei, heisst es in der Anzeige, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Al-Raisi hatte im September erklärt, Interpol in eine «moderne, von Technologie getriebene Organisation» verwandeln zu wollen. Interpol befinde sich an einem «Scheideweg», schrieb er in einem Beitrag für die Zeitung «The National». Die Organisation müsse auch neuen Herausforderungen etwa im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, Quantencomputing, Kryptowährungen und Robotik gerecht werden.

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