In Russland haben drei Mädchen ihren Vater nach jahrelangem Missbrauch getötet. Nun gibt es posthum Ermittlungen gegen den Toten.
Gericht
Die Frau hatte Grusskarten mit Drohungen aus rechtsextremen Beweggründen verschickt. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Schwestern in Russland haben ihren Vater getötet, nachdem er sie missbraucht hatte.
  • Nun sind gegen den Mann Ermittlungen aufgenommen worden.
  • Wird Missbrauch nachgewiesen, könnte die Tat der Mädchen als Notwehr eingestuft werden.

Ein viel beachteter Prozess um drei Schwestern, die nach jahrelangem Missbrauch ihren Vater töteten, hat in Russland eine neue Wendung genommen: Rund zweieinhalb Jahre nach seinem Tod seien gegen den Mann posthum Ermittlungen wegen sexualisierter Gewalt aufgenommen worden, teilte ein Verteidiger der jungen Frauen laut Agentur Ria Nowosti mit.

Die Anwälte der Schwestern hoffen, dass die Tat ihrer Mandantinnen als Notwehr eingestuft wird, sollte der Vater tatsächlich wegen des jahrelangen Missbrauchs an ihnen für schuldig befunden werden.

Schwestern haben Tat gestanden

Die damals 17, 18 und 19 Jahre alten Schwestern Angelina, Krestina und Maria hatten ihren Vater im Sommer 2018 getötet. Sie haben die Tat gestanden. Den älteren Schwestern drohen bis zu 20 Jahre Haft, wenn sie wegen Mordes schuldig gesprochen werden. Der Fall der zum Tatzeitpunkt noch minderjährigen Maria wird separat behandelt.

Das Verfahren hatte in Russland Schlagzeilen gemacht, weil über häusliche Gewalt zuvor wenig öffentlich gesprochen wurde. Menschenrechtler und russische Prominente unterstützten die Frauen in der Vergangenheit offen.

Mehr zum Thema:

Tod Gewalt Haft Vater