Myanmar ist einer der grössten Lieferanten für Jade-Steine. Die Arbeit in den Minen ist lebensgefährlich, es kommt immer wieder zu Unfällen.
Mitglieder eines Rettungsteams unweit des Unglücksorts. Foto: -/AP/dpa
Mitglieder eines Rettungsteams unweit des Unglücksorts. Foto: -/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Norden Myanmars werden nach Angaben von Einsatzkräften und Augenzeugen vermutlich bis zu 100 Menschen vermisst.

Nach Angaben des Nachrichtenportals «Mizzima» wurden bis zum Mittwochnachmittag vier Leichen geborgen. Die Minenarbeiter hatten Steine in der jadereichen Gegend von Hpakant im Bundesstaat Kachin gesammelt, als sie am Vormittag von einer Schlammlawine begraben wurden.

Bergbauabfälle seien zuvor in einen See gestürzt und hätten den Erdrutsch ausgelöst, sagte Dashi Naw Lawn von der Kachin Network Development Foundation, die bei den Rettungsarbeiten half. Die Bergleute seien daraufhin in den See mitgerissen worden. «Fast 100 von ihnen werden möglicherweise vermisst, so haben es Augenzeugen gesagt, die gerade noch vor dem Erdrutsch fliehen konnten», erzählte er der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. «Wir können eine genaue Zahl von Todesfällen aber noch nicht bestätigen.» Mehrere lokale Medien sprachen ebenfalls von etwa 100 Vermissten.

Katastrophale Arbeitsbedingungen

Das verarmte Krisenland Myanmar ist einer der weltgrössten Lieferanten der grünen Schmucksteine, die besonders in China beliebt sind. Aus der Region des Unglücksorts im Norden des Landes kommen die meisten davon. Die Branche ist kaum reguliert. Tödliche Unfälle kommen immer wieder vor, denn die Arbeiter schuften unter teils lebensgefährlichen Bedingungen. 2015 starben bei einem ähnlichen Unglück 116 Menschen, im vergangenen Jahr kamen infolge einer Schlammlawine mehr als 170 Bergarbeiter ums Leben.

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