Schweizer flunkern im Homeoffice am wenigsten

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Zürich,

Acht von zehn Schweizern verbringen im Büro weniger als 30 Minuten mit privaten Angelegenheiten. Damit gehören sie zu den ehrlichsten Angestellten.

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Schweizerinnen und Schweizer sind im Homeoffice sehr ehrlich. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Schweizer Arbeitnehmer zählen zu den ehrlicheren in Europa.
  • Im Homeoffice verbringen sieben von zehn weniger als 30 Minuten mir Privatem.
  • Am häufigsten lesen sie News oder unterhalten sich mit Freunden.

Viele Chefs mögen Homeoffice nicht, aus Angst, die Mitarbeitenden könnten dort ihre Zeit mit privaten Angelegenheiten verbringen. Doch Schweizer Vorgesetzte müssen sich im Vergleich mit anderen europäischen Ländern wenig Sorgen machen. Dies zeigt eine Studie von YouGov im Auftrag von Galaxus.

Demnach verbringen Schweizer während der Arbeitszeit nur wenig Zeit mit Privatem. Im Büro verwenden acht von zehn Personen weniger als 30 Minuten mit privaten Dingen. Im Homeoffice sind es sieben von zehn.

Zum Vergleich: In Frankreich überschreiten zwei von drei Personen die 30-Minuten-Grenze. Und im Homeoffice verbringen gar die Hälfte mehr als eine Stunde der Arbeitszeit für Privates.

Doch womit verbringen die Schummler ihre Arbeitszeit denn? Bei den Schweizern geben 47 Prozent an, News zu konsumieren. Auch privates Telefonieren (44%) und Chatten (43%) sowie Social Media (33%) sind weit oben. Nur 16 Prozent kaufen während der Arbeit online ein, 17 Prozent verwenden Arbeitszeit zum Essen.

Bei der Verwendung der Arbeitszeit für Privates gibt es einen Altersgraben, der das Vorurteil bestätigt: Junge betrügen im Homeoffice und im Büro eher. Europaweit verbringen 40 Prozent der Personen unter 30 Jahren mehr als eine Stunde mit Chatten, Social Media oder Nachrichten.

Gründe bleiben unklar

Schlechtes Gewissen wegen der Schummelei beim Arbeiten haben in der Schweiz wenig Arbeitnehmende: 52 Prozent beantworten die Frage danach mit «Nie», 23 Prozent haben «selten» ein schlechtes Gewissen. Anders sieht es in Österreich aus: Dort hat jede dritte Person zumindest «ab und zu» ein schlechtes Gewissen.

Nutzt du Arbeitszeit für private Angelegenheiten?

Bei der Umfrage haben 5125 Probanden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich teilgenommen. Während die Studie erste Erkenntnisse liefert, lässt sie Fragen zu den Gründen der Verwendung von Arbeitszeit für private Angelegenheiten offen.

So ist es durchaus möglich, dass die Mitarbeitenden nach der Erledigung der Aufgaben Privates tun. Im Homeoffice wird möglicherweise effizienter gearbeitet, weshalb mehr freie Zeit zur Verfügung steht, die für nicht berufliche Tätigkeiten verwendet wird.

Kommentare

User #5831 (nicht angemeldet)

Für Menschen mit AHDS & Autismus ist das Home-Office die heilsame Alternative und der beste Schutz vor Burn-Outs. .... der Lockdown in der Pandemie war ein grosser Segen für mich und mein Chef war super zufrieden mit meiner Arbeitsleistung im Home-Office, was beweist dass für Betroffene dies aus gesundheitlichen Gründen immer offiziell genehmigt werden sollte.

User #1505 (nicht angemeldet)

Wenn ich im Home Office mal was Privates nebenbei mache, zähle ich das als Pausenzeit. Nebenbei, mache ich zu viel Privates, wird es später da ich meine Arbeit ja trotzdem erledigen muss. Nur schreib ich dann nicht Überzeit auf, wenn ich nebenbei 2 Stunden Privates gemacht habe. Dort wo möglich, sollten die Arbeitgeber das aber auch mehr kontrollieren. Und ein guter Chef sollte merken, wenn seine Mitarbeiter nicht ausgelastet sind und im Büro täglich 1-2 Stunden "nebenbei" Pausen machen.

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