Schweizer flunkern im Homeoffice am wenigsten
Acht von zehn Schweizern verbringen im Büro weniger als 30 Minuten mit privaten Angelegenheiten. Damit gehören sie zu den ehrlichsten Angestellten.

Das Wichtigste in Kürze
- Schweizer Arbeitnehmer zählen zu den ehrlicheren in Europa.
- Im Homeoffice verbringen sieben von zehn weniger als 30 Minuten mir Privatem.
- Am häufigsten lesen sie News oder unterhalten sich mit Freunden.
Viele Chefs mögen Homeoffice nicht, aus Angst, die Mitarbeitenden könnten dort ihre Zeit mit privaten Angelegenheiten verbringen. Doch Schweizer Vorgesetzte müssen sich im Vergleich mit anderen europäischen Ländern wenig Sorgen machen. Dies zeigt eine Studie von YouGov im Auftrag von Galaxus.
Demnach verbringen Schweizer während der Arbeitszeit nur wenig Zeit mit Privatem. Im Büro verwenden acht von zehn Personen weniger als 30 Minuten mit privaten Dingen. Im Homeoffice sind es sieben von zehn.
Zum Vergleich: In Frankreich überschreiten zwei von drei Personen die 30-Minuten-Grenze. Und im Homeoffice verbringen gar die Hälfte mehr als eine Stunde der Arbeitszeit für Privates.
Doch womit verbringen die Schummler ihre Arbeitszeit denn? Bei den Schweizern geben 47 Prozent an, News zu konsumieren. Auch privates Telefonieren (44%) und Chatten (43%) sowie Social Media (33%) sind weit oben. Nur 16 Prozent kaufen während der Arbeit online ein, 17 Prozent verwenden Arbeitszeit zum Essen.
Bei der Verwendung der Arbeitszeit für Privates gibt es einen Altersgraben, der das Vorurteil bestätigt: Junge betrügen im Homeoffice und im Büro eher. Europaweit verbringen 40 Prozent der Personen unter 30 Jahren mehr als eine Stunde mit Chatten, Social Media oder Nachrichten.
Gründe bleiben unklar
Schlechtes Gewissen wegen der Schummelei beim Arbeiten haben in der Schweiz wenig Arbeitnehmende: 52 Prozent beantworten die Frage danach mit «Nie», 23 Prozent haben «selten» ein schlechtes Gewissen. Anders sieht es in Österreich aus: Dort hat jede dritte Person zumindest «ab und zu» ein schlechtes Gewissen.
Bei der Umfrage haben 5125 Probanden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich teilgenommen. Während die Studie erste Erkenntnisse liefert, lässt sie Fragen zu den Gründen der Verwendung von Arbeitszeit für private Angelegenheiten offen.
So ist es durchaus möglich, dass die Mitarbeitenden nach der Erledigung der Aufgaben Privates tun. Im Homeoffice wird möglicherweise effizienter gearbeitet, weshalb mehr freie Zeit zur Verfügung steht, die für nicht berufliche Tätigkeiten verwendet wird.












