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    Unicef: Mehr Kinderehen wegen Hungerkrise am Horn Afrikas

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    Kenia,

    Wegen der Hungerskrise hat sich die Zahl der Kinderbräute in Äthiopien verdoppelt. Eltern wollen mit der Mitgift die anderen Kinder ernähren.

    Zwei junge Mädchen ziehen Wasserbehälter auf dem Rückweg zu ihren Hütten im kenianischen Lomoputh.
    Zwei junge Mädchen ziehen Wasserbehälter auf dem Rückweg zu ihren Hütten im kenianischen Lomoputh. - Brian Inganga/AP/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Horn von Afrika werden viel mehr Mädchen verheiratet als noch vor einem Jahr.
    • Viele Kinder liefen zudem wegen der Hungerskrise Gefahr, die Schule abzubrechen.
    • Dies erhöht laut Unicef die Gefahr von Genitalverstümmelung und Zwangsheirat.

    Am Horn von Afrika wird eine «alarmierende Anzahl» von Mädchen aufgrund einer schweren Hungerkrise zu Kinderheirat und weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) gezwungen. Das teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, am Mittwoch mit.

    Am Horn von Afrika müssen Familien laut Unicef schwere Entscheidungen zum Überleben treffen. Mehr als 1,8 Millionen Kinder in der Region seien lebensbedrohlich unterernährt. Immer mehr Eltern oder Betreuer verheiraten Mädchen, um sich die Mitgift zu sichern. Mit dem Geld wolle man den Rest der Familie ernähren, einen Mund weniger stopfen oder der Braut helfen, in einen besser gestellten Haushalt einzutreten.

    Kinderehen.
    Bildung von Mädchen ist einer der wichtigsten Grundsteine bei der Arbeit gegen Kinderehen. - World Vision

    Mädchen ab zwölf Jahren würden mit Männern verheiratet, die mehr als fünfmal älter seien, sagte Andy Brooks, Unicef-Kinderschutzberater für das östliche und südliche Afrika. Auch Fälle von häuslicher und sexuelle Gewalt seien wegen der Hungersnot gestiegen.

    In den am stärksten betroffenen Regionen Äthiopiens habe sich die Zahl der Kinderehen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Die Zahl der Kinder, die aufgrund der Auswirkungen der Krise in Äthiopien, Kenia und Somalia Gefahr laufen, die Schule abzubrechen, habe sich innerhalb von drei Monaten auf 3,3 Millionen verdreifacht. Mädchen, die nicht zur Schule gehen, seien grösseren Risiken ausgesetzt, darunter FGM und Kinderehen.

    60 Millionen Menschen von Nahrungsmittelkrise betroffen

    Das Horn Afrikas befindet sich in der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren. Auch Westafrika steht kurz vor der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren. Insgesamt sind nach UN-Angaben etwa 60 Millionen Menschen betroffen.

    Hauptgründe für die Rückgänge in der Getreideproduktion auf dem Kontinent sind klimabedingte Dürren und Überschwemmungen, regionale Konflikte, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie Russlands Getreideblockade aufgrund des Ukraine-Kriegs.

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