Regierung

    UN: Schwere Menschenrechtsverstösse von Ex-Regierung Bangladeschs

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bangladesh,

    Das UN-Menschenrechtsorgan wirft der früheren Regierung Bangladeschs unter Sheikh Hasina willkürliche Tötungen und schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

    Sheikh Hasina
    Hasina war Anfang August nach Massenprotesten und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zurückgetreten. (Archivbild) - keystone

    Das zentrale Organ der UN für den Menschenrechtsschutz wirft der früheren Regierung Bangladeschs unter Ministerpräsidentin Sheikh Hasina die willkürliche Tötung von Menschen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen während der Unruhen im vergangenen Jahr vor.

    Diese Verstösse könnten demnach aus völkerrechtlicher Perspektive möglicherweise auch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden. Das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) schätzt in seinem Bericht, dass bei den Protesten im vergangenen Sommer bis zu 1400 Menschen, einschliesslich Kindern, getötet wurden. Die Zahl der Verletzten ging demnach in die Tausende.

    Hasina war Anfang August nach Massenprotesten und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zurückgetreten und mit einem Militärhubschrauber nach Indien gebracht worden, das ihr Schutz gewährte.

    UN-Kommissar: «Brutale Reaktion»

    «Die brutale Reaktion war eine berechnete und gut koordinierte Strategie der früheren Regierung, um angesichts der Massenopposition an der Macht zu bleiben», sagte der Hohe Kommissar der UN für Menschenrechte, Volker Türk.

    Das Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung schloss demnach neben gezielten Tötungen mit Beteiligung oder Duldung der Regierung und ohne vorheriges gerichtliches Verfahren auch willkürliche Verhaftungen und Folter ein. Dem Bericht zufolge wurden die Regierung sowie der Sicherheitsapparat von Anhängern der Hasina-Partei Awami League in ihrem Vorgehen unterstützt.

    Die Proteste richteten sich anfangs gegen die geplante Wiedereinführung eines kontroversen Quotensystems im öffentlichen Dienst. Später forderten die Demonstranten den Rücktritt Hasinas. Nach ihrer Flucht wurde eine Interimsregierung unter Führung des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus eingesetzt. Diese hatte die UN um Untersuchungen zu den damaligen Vorfällen gebeten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Sheikh Hasina
    Gericht

    MEHR IN NEWS

    andrea bauer
    Apropos
    Brandopfer
    17 Interaktionen
    Crans-Montana

    MEHR REGIERUNG

    7 Interaktionen
    Rotstift bei Bildung
    tusk
    20 Interaktionen
    Warschau
    Remo Oser
    Baselbiet
    4 Interaktionen
    Basel

    MEHR AUS BANGLADESH

    3 Interaktionen
    Mirpur
    1 Interaktionen
    Dhaka
    Ukraine
    Ukraine-Krieg
    Rohingya
    6 Interaktionen
    Nach Vertreibung