UN Menschenrechtler werfen Saudi-Arabien Verbrechen im Jemen vor

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Genève,

UN-Menschenrechtler fordern wegen den Verbrechen gegen das internationale Völkerrecht im Jemen, dass das Land vor Gericht zur Rechenschaft gezogen wird.

UN-Menschenrechtsrat in Genf
Sonderberichterstatter sind unabhängige Experten, die der UN-Menschenrechtsrat beruft und um Berichte zu bestimmte Themen bittet. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut UN-Experten soll sich Jemen wegen Völkerrechts-Verbrechen vor Gericht verantworten.
  • Dazu gehören Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Im Bürgerkriegsland Jemen gibt es nach Überzeugung von UN-Menschenrechtlern starke Anzeichen für Verbrechen gegen das internationale Völkerrecht. Dazu gehören Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Eine Expertenkommission beschuldigte die Regierung und ihre Verbündeten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate und verlangte, dass Verantwortliche vor einem unabhängigen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden.

«Es gibt kaum Anhaltspunkte, dass die Konfliktparteien versuchen, zivile Opfer zu vermeiden», sagte der Vorsitzende der Expertengruppe, Kamel Jendoubi, am Dienstag in Genf. Seit drei Jahren versuchen die sunnitische Regierung und ihre Verbündeten unter Leitung Saudi-Arabiens einen Aufstand der von Saudi-Arabiens Erzfeind Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen niederzuschlagen.

Luftschläge der Koalition

Luftschläge der Koalition hätten Hochzeits- und Trauergesellschaften, Märkte, Schiffe mit Zivilisten an Bord und medizinische Einrichtungen getroffen, so die Experten. Überall würden Menschen willkürlich verhaftet und teils gefoltert. Konfliktparteien sollen achtjährige Kinder zum Dienst im Kampfeinheiten gezwungen haben.

Alles deute daraufhin, dass Kriegsverbrechen begangen wurden, so die Experten. Seit März 2015 seien mindestens 6600 Zivilisten getötet und mehr als 10'000 verletzt worden. «Die wahren Zahlen sind wahrscheinlich deutlich höher», heisst es im Bericht der Experten. Auch Rebellen seien wahrscheinlich für zivile Opfer verantwortlich, etwa durch den Einsatz von Streumunition bei innerstädtischen Kämpfen. Diese Vorwürfe müssten weiter untersucht werden.

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