Die Lage in Venezuela spitzt sich zu. Neben der vorherrschenden Gewalt steigt die Inflationsrate immens. Tausende verlassen ihre Heimat – Tag für Tag.
Venezolaner warten in Caracas vor einer Bank.
Venezolaner warten in Caracas vor einer Bank. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Tag für Tag verlassen rund 2000 Venezolaner ihre Heimat.
  • Grund sind die omnipräsente Gewalt und die steigende Armut.

Das einst reiche Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Angesichts von Armut und Gewalt kehren auch während der Corona-Pandemie immer mehr Venezolaner ihrer Heimat den Rücken.

Der Sondergesandte Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), Eduardo Stein, am Mittwoch im Fernsehsender TVV: «Zwischen 1600 und 2000 Menschen verlassen jeden Tag Venezuela.» «Die meisten gehen erst einmal nach Kolumbien. Aber die Hälfte zieht dann weiter und sucht in Ländern wie Ecuador, Peru, Chile und Argentinien nach Erwerbsmöglichkeiten.»

Inflationsrate in Venezuela gegen 5500 Prozent

Für dieses Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds mit einer Inflationsrate von 5500 Prozent. Gleichzeitig wird mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft von zehn Prozent gerechnet.

Venezuela Flüchtlinge
Flüchtlinge aus Venezuela. - dpa

Die Ölförderung im Land mit den grössten Reserven der Welt ist auf den niedrigsten Stand seit mindestens 80 Jahren gesunken. Angesichts der humanitären Krise haben rund 5,6 Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen.

«Nur um das mal ins Verhältnis zu setzen: Das sind mehr Menschen als die Bevölkerung von Panama, Costa Rica oder Irland», sagte Stein. Er rechne damit, dass die Zahl der Migranten aus Venezuela bis Ende des Jahres die der Flüchtlinge aus Syrien übersteigt. «Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: Sie fliehen aus einem Land, das mit über die meisten Bodenschätze des Kontinents verfügt und in dem kein Krieg herrscht.»

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