Ukraine-Krieg belebt in Japan Diskussion über Verfassung neu

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    In Japan wird wegen des Ukraine-Kriegs über eine Verfassungsänderung diskutiert. Betroffen wäre der sogenannte Pazifismus-Artikel.

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    Japan erhöht seit Jahren seine Militärausgaben. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Artikel 9 der japanischen Verfassung könnte bald geändert werden.
    • Dafür spricht sich eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in einer Umfrage aus.
    • Die Lage in der Ukraine und diejenige um Taiwan sind Gründe dafür.

    Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat in Japan die Diskussion über die pazifistische Verfassung des Landes neu belebt. In der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Ministerpräsident Fumio Kishida werden die Rufe nach einer Änderung der genau 75 Jahre alten Verfassung lauter.

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    Fumio Kishida war amtierender Regierungschef Japans. - POOL/AFP

    In der Bevölkerung ist die Stimmung nach einer neuen Umfrage geteilt. Im «Pazifismus-Artikel» 9 der Verfassung verzichtet Japan «für alle Zeiten auf den Krieg als ein souveränes Recht der Nation und auf die Androhung oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten».

    Die Nachrichtenagentur Kyodo veröffentlichte am Montag eine Umfrage, wonach aktuell 50 Prozent der Bevölkerung für eine Änderung von Artikel 9 sind – und 48 Prozent dagegen.

    Japan kann Ukraine keine Waffen schicken

    Befürworter einer Revision um den früheren rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe meinen, dass die Verfassung keiner unabhängigen Nation entspricht, da sie Japan von der damaligen Besatzungsmacht USA aufgezwungen worden sei. Die «Selbstverteidigungsstreitkräfte» wollen sie als Armee verstanden wissen. Tatsächlich hat Japan längst ein modernes Militär.

    Japans Verfassung war am 3. Mai 1947 in Kraft getreten und ist bis heute unverändert gültig. Der «Tag der Verfassung» ist ein Feiertag. Wegen der Verfassung kann Japan zwar – anders als Deutschland – der Ukraine keine Waffen schicken.

    Shinzo Abe
    Shinzo Abe, Premierminister von Japan, nimmt an einer Pressekonferenz mit Russlands Präsident Putin teil. - dpa

    Dafür stellt es aber erstmals einer Kriegspartei Ausrüstungen des eigenen Militärs zur Verfügung, darunter schusssichere Westen und Schutzkleidung gegen Chemiewaffen. Beim Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz vergangene Woche in Tokio vereinbarten beide G7-Partnerländer angesichts des Kriegs in der Ukraine eine engere Zusammenarbeit.

    Befürworter einer Verfassungsänderung verweisen auch auf die Gefahr, dass sich China in ähnlicher Weise wie Russland mit der Ukraine nach dem demokratischen Taiwan greifen könnte, das Peking für sich beansprucht. Hinzu komme die Bedrohung durch Nordkoreas Raketen. Für eine Verfassungsänderung ist eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments notwendig, gefolgt von einer Volksabstimmung.

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