Türkei: Was steckt hinter dem Aufruf von Öcalan?

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    Abdullah Öcalan, inhaftierter PKK-Gründer, fordert Waffenniederlegung und Auflösung der Organisation. Was bedeutet dieser historische Schritt für die Türkei?

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    Der PKK-Führer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 in der Türkei in Haft. (Archivbild) - dpa

    Der inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan hat seine Anhänger aufgerufen, die Waffen niederzulegen und die Organisation aufzulösen. Diese Erklärung wurde von Vertretern der prokurdischen türkischen Partei DEM nach einem Gefängnisbesuch bei Öcalan verlesen.

    Öcalan ist seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali in der Türkei inhaftiert. Laut «Tagesschau» verfügt er trotz seiner langjährigen Haft noch immer über enormen Einfluss innerhalb der PKK.

    Sein Aufruf könnte daher weitreichende Folgen für die Türkei haben.

    Wie kam es zum Kurdenkonflikt in der Türkei?

    Die Kurden machen laut «Bundeszentrale für politische Bildung» etwa 20 Prozent der türkischen Bevölkerung aus. Sie fühlten sich innerhalb der Türkei jahrzehntelang diskriminiert und ihrer kulturellen Rechte beraubt.

    Türkei Kurden
    Die Kurden machen 20 Prozent der Bevölkerung in der Türkei aus. - Keystone

    Der türkische Staat verfolgte lange die Strategie, die kurdische Sprache und Traditionen zu unterdrücken.

    Gründung der PKK und bewaffneter Konflikt

    1978 wurde die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegründet. Diese startete 1984 einen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat.

    Ursprünglich strebte sie einen unabhängigen kurdischen Staat an, ist aber inzwischen von dieser Maximalforderung abgerückt, so die «Austria Presse Agentur». Die Kurden sind auch in Syrien, dem Irak und dem Iran vertreten.

    Glaubst du, die Türkei und die PKK können den Kurdenkonflikt auflösen?

    Der Konflikt der Kurden forderte bereits rund 40'000 Menschenleben, so die «Bundeszentrale für politische Bildung». Die Organisation PKK wird laut von der Türkei und ihren westlichen Verbündeten als terroristisch eingestuft.

    Reaktionen auf den Aufruf von Öcalan

    Die Bundesregierung begrüsste Öcalans Aufruf als «historische Chance», so «Tagesschau». Das deutsche Auswärtige Amt erklärte demnach, dies könnte die jahrzehntelange Spirale von Gewalt durchbrechen.

    Dawid Bartelt, Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Istanbul, zeigte sich in einem Interview mit der «WDR5»-Sendung «Echo des Tages» optimistisch. Der Aufruf könnte «im günstigsten Fall tatsächlich eine Win-win-Situation werden».

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    Abdullah Öcalan, Chef der kurdischen Arbeiterpartei PKK, will Frieden mit der Türkei. (Archivbild) - keystone

    Die PKK habe zwar «schon lange die Möglichkeit verloren, über rein militärische Operationen in der Türkei irgendwas politisch zu bewegen». Dennoch sei sie immer noch stark, so «Tagesschau».

    Mögliche Auswirkungen

    Der Aufruf könnte nun zu einem neuen Friedensprozess zwischen der PKK und der türkischen Regierung führen. Laut «Austria Presse Agentur» wäre es der erste Schritt dieser Art seit mehr als zehn Jahren.

    Ob die PKK dem Aufruf ihres Gründers folgen wird, bleibt jedoch ungewiss, so «Deutschlandfunk». Die Erklärung stiess demnach auf grosses öffentliches Interesse, besonders im kurdisch geprägten Südosten der Türkei.

    Mögliche Zukunftsszenarien

    Die türkische Regierung unter Präsident Erdogan steht nun laut «Tagesschau» vor der Herausforderung, angemessen auf diesen Schritt zu reagieren.

    Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Aufruf tatsächlich zu einer Wende im jahrzehntelangen Konflikt führen kann. Viel hängt davon ab, wie die PKK-Führung und die türkische Regierung mit dieser Entwicklung umgehen werden.

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