Edöb: Deutliche Zunahme von Datensicherheitsverletzungen 2026
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) hat im laufenden Jahr eine deutliche Zunahme von Datensicherheitsverletzungen in der Schweiz festgestellt. Dies sagte er in einem Interview mit dem «Sonntagsblick».

Im laufenden Jahr 2026 hätten sie bereits 455 Meldungen über Datensicherheitsverletzungen erhalten, sagte Adrian Lobsiger. Im gesamten Vorjahr 2025 seien es insgesamt 343 Meldungen gewesen. Die tatsächliche Zahl der Vorfälle liege noch deutlich höher, da eine hohe Dunkelziffer bestehe.
Nach dem Cyberangriff auf einen Softwarelieferanten mehrerer Schweizer Pensionskassen hatte der Edöb vergangene Woche eine formelle Untersuchung eingeleitet. Diese richte sich derzeit gegen den externen IT-Anbieter. Lobsiger schloss jedoch nicht aus, das Verfahren später auf Bundesorgane wie Pensionskassen auszuweiten.
Zum konkreten Fall konnte er aus Gründen des Untersuchungsgeheimnisses nicht mehr sagen. Der Edöb wies aber darauf hin, dass die Verknüpfung von Daten und der Abbau von Datensilos das Risiko von Sicherheitsverletzungen erhöhten. Ausserdem müsse sichergestellt werden, dass nur die nötigsten Daten übertragen werden und bevorzugt mit anonymisierten Testdaten anstatt mit produktiven Daten gearbeitet werde.
Die Bedrohung durch KI bezeichnete Lobsiger zwar als «real». Aber wenn man die Ursachen der gemeldeten Angriffe anschaue, dann sehe man, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht die Technologie, sondern menschliches Versagen die Schwachstelle sei.






