In Moskau haben sich Vertreter von Armenien und der Türkei zu Verhandlungen getroffen. Die Beziehung der beiden Länder liegt schon Jahr auf Eis.
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US-Abgeordnete erkennen «Völkermord» an Armeniern an - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Türkische und armenische Vertreter haben sich in Moskau zu Gesprächen getroffen.
  • Durch mehrere Konflikte ist die Beziehung der beiden Länder belastet.
  • Ziel der Verhandlungen ist die Normalisierung der Beziehungen.

Jahrelang lagen die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei auf Eis. Nun haben sich Vertreter der beiden Länder in Moskau zu Gesprächen getroffen.

Das Treffen habe «in positiver und konstruktiver Atmosphäre» stattgefunden, teilten das türkische und das armenische Aussenministerium am Freitag mit. Beide Seiten seien bereit, die Verhandlungen mit dem Ziel der vollständigen Normalisierung der Beziehungen fortzusetzen. Ein Termin für ein weiteres Treffen steht noch nicht fest.

Die Beziehungen zwischen beiden Nachbarstaaten sind durch mehrere Konflikte belastet. Unter anderem durch den Genozid an den Armeniern im Ersten Weltkrieg. Rund 1,5 Millionen Armenier wurden Historikern zufolge damals Opfer systematischer Tötungen im Osmanischen Reich. Als dessen Rechtsnachfolgerin gibt die Türkei Massaker an 300'000 bis 500'000 Menschen zu, weist die Einstufung als Völkermord aber zurück.

Beziehung zu verfeindetem Nachbar

Die Grenze zwischen beiden Staaten ist seit 1993 geschlossen, bis Dezember vergangenen Jahres waren die diplomatischen Kontakte jahrelang ausgesetzt. Die Türkei pflegt indes enge Beziehungen zu Armeniens verfeindetem Nachbarland Aserbaidschan. Im jüngsten Krieg um Berg-Karabach im Südkaukasus unterstützten sie es auch militärisch.

Mitte Dezember kündigten beide Seiten an, bereit für eine Normalisierung der Beziehungen zu sein. Armenien beschloss später, ein Embargo gegen türkische Produkte nicht zu verlängern. Die türkische Billigfluggesellschaft Pegasus Airlines wiederum will ab Februar regelmässig die armenische Hauptstadt anfliegen.

Die Öffnung der Grenze könnte beiden Ländern wirtschaftliche Vorteile bringen. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere erfolglose Versuche, die Beziehungen zu verbessern.

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