Staus Richtung Süden: Starker Ferienverkehr setzt Anfang Juli ein

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Bern,

Mit Beginn der Sommerferien an diesem Wochenende in mehreren Kantonen der Deutschschweiz wird es auf der Nord-Süd-Achse wieder zu grösseren Staus kommen. Aber auch andernorts gibt es regelmässig Staus. Wissenswertes zu den Staus auf einen Blick:

An Feiertage und während der Sommerferienzeit treten am Gotthard häufig Staus auf. (Archivbild)
An Feiertage und während der Sommerferienzeit treten am Gotthard häufig Staus auf. (Archivbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

WANN GIBT ES AM MEISTEN STAUS IN DER SCHWEIZ?

Ferien führen jeweils zu grösseren Staus auf Schweizer Strassen. Mit dem Start der Sommerferien dürfte sich der Verkehr täglich vor dem Gotthard-Nordportal Richtung Süden stauen. Gerade auch, weil viele Reisende aus Deutschland und den Niederlanden durch die Schweiz fahren.

An den Wochenenden sowie bei Ferienwechseln und Feiertagen ist es laut dem Touring Club Schweiz gut möglich, dass die Staulänge auf den Hauptachsen mehr als zehn Kilometer betragen wird. Der Rückreiseverkehr Richtung Norden beginnt am 9./10. August und dauert bis Monatsende.

AUF WELCHEN STRASSENABSCHNITTEN UND BEI WELCHEN TUNNELS GIBT ES AM HÄUFIGSTEN STAUS?

Im Sommer konzentriert sich das hohe Verkehrsaufkommen zwischen Anfang Juli und Mitte September auf die Nord-Süd-Achsen A2 mit dem Gotthard-Strassentunnel sowie die A13 durch den San-Berardino-Tunnel. Ein Nadelöhr ist ausserdem der Tunnel durch den Grossen Sankt Bernhard sowie der Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien, den Reisende aus der Romandie nutzen.

Regelmässige Verkehrsüberlastungen gibt es laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) zudem in den grossen Agglomerationen Zürich, Basel, Bern, Luzern, Lausanne und Genf, insbesondere auf den Nationalstrassen A1, A2 und A3.

WIE LANGE WAR DER BISHER LÄNGSTE STAU AM GOTTHARD?

Der längste Stau in der Geschichte des Gotthard-Tunnels betrug 28 Kilometer. Die Rekordlänge wurde erstmals an Pfingsten 1999 erreicht und später an Pfingsten 2018 nochmals gemessen. An normalen Spitzentagen, etwa an Ostern, liegen die Rekordwerte meist bei 20 bis 25 Kilometern und damit bei einer Wartezeit von bis zu vier Stunden.

IST ES SINNVOLL, BEI STAU AUF NEBENSTRASSEN AUSZUWEICHEN?

Nein, wenn Autofahrende bei Stau die Nationalstrassen verlassen, führt dies zu einer zusätzlichen Belastung für die Anwohnenden in den Dörfern und Ortschaften entlang der Hauptachsen. Ausweichverkehr beeinträchtigt den lokalen Verkehr sowie den öffentlichen Verkehr und erhöht die Sicherheitsrisiken. Bund und Kantone appellieren deshalb an die Verkehrsteilnehmenden, auf den Nationalstrassen zu bleiben und den Signalisationen vor Ort Folge zu leisten. Als zusätzliche Massnahme gegen den Ausweichverkehr können in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden zudem Ein- und Ausfahrten entlang der Nationalstrassen zu den betroffenen Ortschaften gesperrt werden.

WAS WIRD REISENDEN BEI DROHENDER VERKEHRSÜBERLASTUNG EMPFOHLEN?

Das Astra empfiehlt, genügend Zeitreserven einzuplanen. Gut ist es, sich vor der Abfahrt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und auf Ausweichfahrten über Kantons- und Gemeindestrassen zu verzichten.

WELCHE MASSNAHMEN ERGREIFEN BUND UND KANTONE GEGEN VERKEHRSÜBERLASTUNGEN?

Das Astra setzt nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Kantonspolizeien und Partnern auf ein umfassendes Verkehrsmanagement, um die bestehende Infrastruktur möglichst effizient und sicher zu nutzen. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu stabilisieren, die Sicherheit zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit des Nationalstrassennetzes bestmöglich auszuschöpfen.

Zum Einsatz kommen dabei Instrumente wie die Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung, die temporäre Nutzung des Pannenstreifens als Fahrspur, Rampendosierungen bei Autobahnanschlüssen sowie Wechseltextanzeigen und Wechselwegweisungen. Je nach Situation werden zudem Lastwagen-Überholverbote angeordnet oder Dosier- und Warteräume für den Schwerverkehr eingesetzt.

WARUM KOMMT ES ÜBERHAUPT ZU STAUS?

Staus auf Strassen treten vor allem dann auf, wenn besonders viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind: unter der Woche im Pendlerverkehr sowie während der Ferien- und Feiertagsperioden im Freizeit- und Reiseverkehr. Die Nachfrage nach Mobilität ist in der Schweiz laut dem Astra insgesamt sehr hoch. Bereits kleinere Störungen könnten deshalb in Spitzenzeiten zu Staubildungen führen.

SIND VOR ALLEM BAUSTELLEN UND UNFÄLLE FÜR STAUS VERANTWORTLICH?

Nein. Die mit Abstand wichtigste Ursache ist laut dem Astra eine Verkehrsüberlastung. 2024 waren knapp 88 Prozent aller Staustunden darauf zurückzuführen. Verkehrsunfälle sind hingegen nur in rund 6 Prozent der Fälle ursächlich für Staus und Baustellen in 4 Prozent der Fälle.

SIND DIE KAPAZITÄTEN AUF DEN NATIONALSTRASSEN ZU GERING?

Staus sind laut dem Astra in erster Linie die Folge der intensiven Nutzung des Nationalstrassennetzes. Das Nationalstrassennetz mache nur knapp 3 Prozent der Gesamtlänge des Schweizer Strassennetzes aus, bewältige aber fast 45 Prozent des Strassenverkehrs. Die Nationalstrassen stossen damit zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Bundesrat will mit seinen Ende Januar bekannt gegebenen Eckwerten für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis ins Jahr 2045 unter anderem Engpässe auf den Nationalstrassen beseitigen.

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

Willkommen in den rotgrünen Hitzeschluchten

User #2927 (nicht angemeldet)

Hier schon unerträglich heiss seit zirka 11 Jahren, jedes Jahr. Die Subtropen sind leider auch in der Gemässigten Klimazone angekommen. Dies belastet die Menschen der Gemässigten Klimazone zusätzlich, denn erstens, Juni, Juli waren verlässliche Regenmonate und nicht trocken wie in den Subtropen üblich und die Sonne geht bei uns viel später unter als in den Subtropen oder Tropen und kann so mehr einheizen. Wer nun in den Hitzedom Spanien geht mit über 40 Grad, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

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