Taliban

    Taliban verbieten in Afghanistan Fenster mit Blick auf «Frauenorte»

    Marie Augustin
    Marie Augustin

    Afghanistan,

    Die Taliban haben ein weiteres Dekret erlassen: Fenster, die in Afghanistan einen Blick auf «Frauenorte» gewähren, sind jetzt tabu.

    taliban frauen
    Fünf Jahre nach ihrer Rückkehr verschärfen die Taliban die Gangart: Frauen ohne Ganzkörperschleier werden verhaftet und abtransportiert. (Archivbild) - keystone

    Die Taliban wollen verhindern, dass Einwohner in Afghanistan einen Blick auf die Frauen in ihrer Nachbarschaft erhaschen. Eine neue Verordnung verbietet dazu Fenster in den Wohnhäusern mit Blick auf von Frauen frequentierte Bereiche.

    Wie «ZDF» berichtet, wurde das Verbot durch den Taliban-Anführer Hibatullah Achundsada beschlossen. Es betrifft Fenster mit Aussicht auf «Hof, Küche, den Nachbarsbrunnen und andere Orte, die gewöhnlich von Frauen benutzt werden».

    Frauen sehen «kann zu obszönen Handlungen führen»

    Die Überwachung von Neubauten soll durch lokale Behörden sowie spezielle Abteilungen übernommen werden. Auch bei bestehenden Fenstern solle eine «Belästigung der Nachbarn» vermieden werden.

    Besitzer würden nach Aussage des Regierungssprechers Sabihullah Mudschahid dazu ermutigt, entsprechende Fenster zu vermauern oder anderweitig zu blockieren.

    Afghanistan Taliban
    Fenster mit Blick auf den Hof sollen in Afghanistan nach einem Erlass der Taliban blockiert werden. (Archivbild) - keystone

    Als Begründung nannte Mudschahid laut der «Frankfurter Allgemeine»: Frauen bei der Arbeit zu sehen, «kann zu obszönen Handlungen führen».

    Neues Dekret in einer Reihe von Restriktionen

    Das Verbot ergänzt die bisher verhängten Restriktionen gegen Frauen, die von den Vereinten Nationen als «Geschlechter-Apartheid» betitelt werden. So würde erst kürzlich ein Gesetz erlassen, das den Frauen in Afghanistan verbietet, öffentlich laut zu sprechen.

    Jenes Dekret wurde von den Taliban als «Tugendgesetz» bezeichnet. Hohe Geldstrafen oder Gefängnis drohen den Frauen gemäss der «Tagesschau» auch, wenn sie daheim singen und man sie draussen hört.

    Afghanistan Taliban
    Frauen in Afghanistan dürfen in der Öffentlichkeit nicht einmal mehr laut sprechen. (Archivbild) - keystone

    Auch dürfen Mädchen und Frauen keine weiterführenden Schulen, Parks und öffentliche Plätze besuchen.

    Vernichtung eines Geschlechts

    Die Taliban haben weitere drastische Massnahmen ergriffen. Mädchen und Frauen dürfen keine weiterführenden Schulen besuchen.

    Ihre Arbeitsmöglichkeiten wurden drastisch eingeschränkt, selbst der Beruf der Hebamme darf nicht mehr ausgeführt werden. Nichtregierungsorganisationen droht der Lizenz-Entzug, falls sie Frauen beschäftigen.

    Die Lage wird für die weibliche Bevölkerung in Afghanistan immer prekärer. Da Frauen nur von Frauen medizinisch behandelt werden dürfen, ist auch ihre medizinische Versorgung faktisch nicht mehr vorhanden.

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    Kommentare

    Contamination

    Am Besten alle afghanische Frauen und Mädchen als Flüchtlinge anerkennen, hier in der Schweiz.Alle die wollen sind herzlich willkommen.

    User #4174 (nicht angemeldet)

    Wer will so was schon sehen. Besser gleich einbetonieren

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