Nach dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan ist Präsident Ghani ins Ausland geflohen. Die Islamisten sind bereits in Kabul. Die aktuelle Lage im Ticker.
Die Taliban sind in Afghanistan auf dem Vormarsch. Die Sorge im Land ist gross. - Snap Map / Kabul

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Taliban haben laut eigenen Angaben auch Kabul übernommen.
  • Fotos zeigen die Islamisten im Präsidentenpalast der Hauptstadt von Afghanistan.
  • Präsident Aschraf Ghani ist ins Exil geflohen.

01.21: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump forderte am Sonntag den Rücktritt seines Nachfolgers Joe Biden wegen der raschen Übernahme Afghanistans durch die Taliban-Kämpfer (mehr dazu hier).

00.45: Die Taliban versuchen, die Furcht der Bevölkerung vor Chaos und Gewalt zu zerstreuen. Suhail Schahin, ein Unterhändler bei den Gesprächen mit der afghanischen Regierung in Katar, erklärte der BBC: «Wir versichern den Menschen (...) in der Stadt Kabul, dass ihr Hab und Gut und ihre Leben sicher sind.» Es werde «keine Rache an irgendjemandem» geben.

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In wenigen Wochen haben die Islamisten die Kontrolle über Afghanistan übernommen. - Keystone

Am Abend teilten die Taliban in einer weiteren Erklärung mit, sie hätten Berichte erhalten, dass Polizeistationen und Ministerien verlassen worden seien. Die Sicherheitskräfte seien geflohen. Um Plünderungen zu verhindern oder damit anderen Menschen kein Schaden zugefügt werde, habe die Taliban-Führung ihre Kämpfer angewiesen, jene Gebiete zu betreten, aus denen der Feind geflohen sei.

23.53: UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Taliban und alle anderen Kräfte dazu aufgefordert, «grösste Zurückhaltung zu üben, um Leben zu schützen.» In einer Erklärung seines Sprechers hiess es, dass die humanitären Bedürfnisse, Rechte und Freiheiten aller Menschen berücksichtigt werden müssen. «Der Generalsekretär ist besonders besorgt um die Zukunft von Frauen und Mädchen, deren hart erkämpfte Rechte geschützt werden müssen», heisst es in der Erklärung. Guterres wird voraussichtlich am Montag auf einer Sicherheitsratssitzung zu Afghanistan sprechen.

23.21: Ein Sprecher der Taliban erklärte gegenüber Al-Jazeera: «Der Krieg in Afghanistan ist vorbei.» Sie hätten das erreicht, was sie gesucht hätten: «Die Freiheit unseres Landes und die Unabhängigkeit unseres Volkes.» Der Sprecher sagte, die Taliban glaubten nicht, dass ausländische Truppen, «ihre gescheiterten Erfahrungen in Afghanistan noch einmal wiederholen würden.» Nach eigenen Angaben haben die Islamisten die Kontrolle über elf Bezirkszentrent der Hauptstadt Kabul übernommen.

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Die Taliban erklärten den «Krieg in Afghanistan» für beendet. - Keystone

23.12: Der afghanische Präsident Aschraf Ghani ist laut einem Medienbericht nach Usbekistan geflüchtet. Wie der TV-Sender Al-Jazeera unter Berufung auf einen Leibwächter des Politikers berichtet, machte sich Ghani unter anderem mit seinem Stabschef auf den Weg in die usbekische Hauptstadt Taschkent.

23.00: In Kabul ist es derzeit 2.30 Uhr: Am internationalen Flughafen, wo die ausländischen Evakuierungen durchgeführt werden, herrscht Chaos. Die Rede ist auch von möglichen Schüssen. Inzwischen gibt es Berichte, dass Zivilisten auf dem Rollfeld verletzt wurden. Ein Augenzeuge hatte der britischen BBC erzählt, dass die verzweifelten Fluchtversuche zeitweise einem regelrechten Ansturm ähnelten.

Jane Ferguson von PBS berichtet, dass Afghanen, die nach Hause zurück wollen, nun die Kontrollpunkte der Taliban passieren müssen. Der Journalist Bilal Sarway hat in den frühen Morgenstunden des 16. August ein Video des Flughafens geteilt. CNN berichtete unter Berufung auf einem Beamten im Pentagon, dass es auf oder in der Nähe des Flughafens zu Sicherheitsvorfällen gekommen sei. Es seien aber weder US-Streitkräfte angegriffen worden noch hätten diese auf jemanden geschossen.

22.34: Die USA wollen 1000 zusätzliche Soldaten zur Evakuierung von Kabul schicken. Das sagte ein US-Beamter. Damit wird die Gesamtzahl der in Afghanistan erwarteten US-Truppen vorübergehend auf 6000 erhöht. Gegegenüber der Nachrichtenagentur sagte der nicht namentlich erwähnte Beamte, dass die zusätzlichen Soldaten von der 82. Luftlanddivision kommen werden. Diese war bereits in Bereitschaft gewesen.

22.00: Die letzten Stunden in Afghanistan waren historisch. Laufend gewannen die Taliban neues Territorium. Nun soll auch Kabul unter ihrer Macht stehen. Nur wenige Stunden nach der Flucht des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani haben Kämpfer der militant-islamistischen Taliban den Präsidentenpalast in der Hauptstadt eingenommen.

Umgeben von Bewaffneten wandten sich Führer der Gruppe an Journalisten, wie am Sonntagabend auf Fernsehbildern zu sehen war. Damit erklären sie ihren endgültigen «Sieg» über die Hauptstadt – und das Land. Präsident Ghani meldete sich offiziell noch nicht zu Wort.

21.04: Wenige Stunden nach seinem Abflug aus Afghanistan hat Präsident Aschraf Ghani versucht, der Bevölkerung seine Flucht aus dem Land zu erklären. Er habe vor einer schweren Entscheidung gestanden, schrieb er am späten Sonntagabend (Ortszeit) auf Facebook.

Ashraf Ghani, Präsident von Afghanistan, bei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast.
Aschraf Ghani, Präsident von Afghanistan, hat das Land verlassen. - AP/dpa

Wäre er geblieben, hätten zahlreiche Landsleute den Märtyrertod erlitten und die Stadt Kabul wäre zerstört worden. Die Taliban hätten ihren Erfolg durch Waffengewalt erzielt und seien nun dafür zuständig, die Leben, das Vermögen und die Ehre der Bürger zu schützen.

19.42: Der britische Premierminister Boris Johnson hat westliche Staaten davor gewarnt, die Taliban ohne vorherige Absprache als neue Regierung Afghanistans anzuerkennen. Es sei klar, dass es demnächst eine neue Regierung in Kabul geben werde, sagte Johnson nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitskabinetts am Sonntag in London. Es sei aber «sehr wichtig, dass der Westen zusammenarbeitet, um dieser neuen Regierung - ob es Taliban sind oder jemand anderes - klarzumachen, dass niemand will, dass Afghanistan wieder zur Brutstätte für Terrorismus wird», so Johnson weiter.

Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson. - dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson will das Parlament in London angesichts des raschen Eroberungszugs islamistischer Talibankämpfer in Afghanistan vorzeitig aus der Sommerpause zurückholen.

Die Abgeordneten sollten bereits in der kommenden Woche zusammenkommen, um die Lage in dem asiatischen Land zu diskutieren, hiess es am Sonntag aus Regierungskreisen in London.

19.36: Albanien und Kosovo wollen vorübergehend afghanische Flüchtlinge aufnehmen, die wegen der vorrückenden Taliban in ihrem Land gefährdet sind. Man komme damit einer Bitte der USA nach, erklärten der albanische Ministerpräsident Edi Rama und die kosovarische Staatspräsidentin Vjosa Osmani am Sonntag bei Facebook.

19.29: Alle kommerziellen Flüge vom internationalen Flughafen Kabul wurden laut einem Nato-Beamten ausgesetzt. Demnach dürften aktuell nur noch Militärflugzeuge eingesetzt werden.

Szenen vor Ort zeigen, wie die Menschen verzweifelt versuchen, einen Platz in den letzten Fliegern zu ergattern.

19.11: Der Vormarsch der Taliban sorgt in der afghanischen Hauptstadt Kabul für Verkehrs-Chaos. Hunderte, ja gar Tausende Einwohner versuchen aus der Stadt zu fliehen – entweder zu Fuss oder mit dem Auto. Ein Video auf Twitter zeigt das Ausmass.

19.05: Die afghanische Bildungsministerin Rangina Hamidi hat sich «geschockt und ungläubig» gezeigt über die Flucht von Präsident Aschraf Ghani aus Kabul. «Das Traurigste ist, dass ich das nicht erwartet hatte vom Präsidenten, den ich kannte und dem ich vollkommen vertraut habe», sagte sie am Sonntagabend der BBC.

Sie wolle es noch immer nicht wahrhaben, dass er gegangen sei. «Aber wenn er es getan hat, ist es wirklich eine Schande», so Hamidi weiter.

18.52: Trotz des Vormarschs der Taliban will Frankreich seine Botschaft in Afghanistans Hauptstadt Kabul offenhalten. Diese werde an den Flughafen verlegt, wo alles dafür getan werde, um weiter Visa an afghanische Ortskräfte und andere gefährdete Personengruppen ausstellen zu können, teilte das Aussenministerium am Sonntagabend mit.

Das Verteidigungsministerium werde zudem auf Geheiss von Präsident Emmanuel Macron militärische Verstärkung in die Vereinigten Arabischen Emirate schicken. Ziel dieser Mission sei es, Evakuierungsflüge nach Abu Dhabi zu ermöglichen.

18.45: Die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai hat sich «vollkommen geschockt» über den Vormarsch der Taliban in Afghanistan gezeigt. «Ich bin in tiefer Sorge um die Frauen, Minderheiten und Menschenrechtsaktivisten», schrieb sie am Sonntag auf Twitter.

Sie rief «globale, regionale und lokale Mächte» dazu auf, eine Feuerpause durchzusetzen, humanitäre Hilfe zu leisten und Flüchtlinge und Zivilisten zu schützen.

18.09: Die Lage in Kabul spitzt sich weiter zu. Wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet, haben Taliban-Kämpfer den Präsidentenpalast eingenommen. Die genaue Lage im Palast sei aber noch unklar.

Zuvor sollen auf dem Flughafen in Kabul Schüsse gefallen sein. Die US-Botschaft hat deshalb ihre Landsleute in der Gegend angewiesen, Schutz zu suchen, da sich «die Sicherheitslage in Kabul schnell ändert», heisst es beim britischen Sender «BBC».

Kabul
Auf dem Flughafen bei Kabul sollen erste Schüsse gefallen sein. (Symbolbild) - Keystone

17.43: Der Iran hat angesichts des Eroberungszugs der militant-islamistischen Taliban im Nachbarland Afghanistan Pufferzonen für Flüchtlinge aus dem Krisenstaat eingerichtet. «Wir haben schon vor zwei Monaten mit einer neuen Flüchtlingswelle aus Afghanistan gerechnet und daher schon damals mit der Einrichtung von provisorischen Pufferzonen an den drei Grenzübergängen begonnen», sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Die drei Pufferzonen an den Grenzübergängen im Nord- sowie Südosten des Landes sollen afghanischen Flüchtlingen vorerst Schutz und Sicherheit bieten. «Sobald sich die aktuelle Situation wieder entspannt hat, können die Flüchtlinge dann von dort aus wieder in ihre Heimat zurückkehren», sagte Sprecher Hussein Ghassemi.

17.33: Auch Frankreich, Italien und die Niederlande beschleunigen die Rückführung ihres zivilen Personals aus Kabul. «Absolute Priorität in den kommenden Stunden» habe die Sicherheit von Franzosen und afghanischen Ortskräften in Kabul, teilte der Elysée-Palast am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Der Einsatz zur Ausreise der Menschen dauere an.

Die italienische Regierung erklärte, angesichts der verschlechterten Sicherheitslage sei die sofortige Rückführung von diplomatischem Personal und anderen Italienern aus Afghanistan beschlossen worden.

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Angesichts der bevorstehenden Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan beschleunigen auch Frankreich, Italien und die Niederlande die Rückführung ihres zivilen Personals aus Kabul. - Keystone

Nach Angaben des niederländischen Aussenministeriums wurde die Botschaft am Samstagabend in die Nähe des Flughafens von Kabul verlegt. Ein Militärflugzeug sei bereits im Einsatz, um einen Teil des Personals sowie Dolmetscher und ihre Familien in die Niederlande zu holen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

16.54: Der britische Aussenminister Dominic Raab hat die Taliban zur Gewaltlosigkeit und zur Einhaltung der Menschenrechte aufgerufen. «Habe meine grosse Besorgnis über die Zukunft Afghanistans mit (dem pakistanischen) Aussenminister Qureshi geteilt», schrieb Raab am Sonntag auf Twitter.

«Wir sind übereingekommen, dass die internationale Gemeinschaft vereint ist in dem Aufruf an die Taliban, dass die Gewalt enden muss und Menschenrechte geschützt werden müssen», so der konservative Politiker weiter.

16.20: Für US-Aussenminister Antony Blinken ist die Evakuierung des Botschaftspersonals aus Afghanistans Hauptstadt Kabul die «Aufgabe Nummer eins». «Daran arbeiten wir gerade», sagte Blinken im US-Fernsehen am Sonntagmorgen (Ortszeit). Das gelte auch für afghanische Helfer, die US-Truppen während des Einsatzes unterstützt haben.

Antony Blinken
US-Aussenminister Antony Blinken verteidigte den Abzug aus Afghanistan. - AFP

Blinken verteidigte den Truppenabzug. «Wir sind vor 20 Jahren nach Afghanistan gegangen, mit einer Mission», sagte er. Es sei darum gegangen, sich mit den Leuten zu befassen, welche die USA am 11. September 2001 angegriffen hätten. «Und wir haben diese Mission erfolgreich erfüllt», sagte Blinken. Er räumte allerdings ein, dass auch die USA von den Ereignissen in Afghanistan überrascht worden seien. «Wir sehen, das die Streitkräfte nicht in der Lage waren, das Land zu verteidigen – und zwar schneller, als wir es erwartet hatten», so der Minister.

16.11: Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seinem Kollegen in Usbekistan telefoniert. Putin habe mit Präsident Schawkat Mirsijojew ausführlich die Lage in Afghanistan erörtert, teilte der Kreml am Sonntag in Moskau mit. Es sei vereinbart worden, dass sich die zuständigen Ministerien beider Länder noch enger austauschten. Details wurden nicht genannt.

Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin. - Keystone

Usbekistan in Zentralasien, das an Afghanistan grenzt, hatte zuvor mitgeteilt, dass 84 afghanische Soldaten am Samstag in die Ex-Sowjetrepublik geflohen seien und dort um Hilfe gebeten hätten. Die Grenze zu Afghanistan sei daraufhin verstärkt worden.

15.53: Der afghanische Präsident Aschraf Ghani ist nach Angaben seines früheren Stellvertreters angesichts des weiteren Vormarschs der Taliban ins Ausland geflohen.

«Der frühere afghanische Präsident hat die Nation verlassen», sagte der Vorsitzende des afghanischen Friedensrats, Abdullah Abdullah, in einem am Sonntag auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichten Video.

15.05: Auch Afghanistans ehemaliger Präsident, Hamid Karzai, meldet sich nach den jüngsten Unruhen zu Wort. «Ich bin mit meinen Mädchen hier in Kabul und bitte die Taliban, den Menschen Sicherheit zu bieten», sagt der 63-Jährige in einem Video auf Twitter.

14.56: Die Schweiz hat aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in Kabul ihr Kooperationsbüro vorübergehend geschlossen. Für die Sicherheit des dortigen Schweizer Bundespersonals sind Massnahmen zur Evakuierung ergriffen worden, wie das Aussendepartement (EDA) am Sonntag auf Anfrage mitteilte.

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EDA-Staatssekretärin Livia Leu. - Keystone

Am Freitag hatte Livia Leu, Staatssekretärin beim Aussendepartement EDA, vor den Medien in Bern erklärt, die Schweiz hole aus Sicherheitsgründen die sechs Schweizer Mitarbeitenden des EDA aus Afghanistan zurück in die Schweiz. Rund 40 langjährige lokale Mitarbeitende der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und ihre Familien erhielten zudem ein humanitäres Visum.

14.49: Auch die USA haben mit der Evakuierung ihrer Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul begonnen. Der Prozess sei «in vollem Gange» und solle bis spätestens Dienstagmorgen abgeschlossen sein, berichtete der Sender «CNN».

Der Plan sehe vor, zunächst das Botschaftspersonal in Sicherheit zu bringen, gefolgt von US-Bürgern und anschliessend Inhabern spezieller Einwanderungsvisa für die USA, schreibt CNN. Geprüft werde, ob auch Personen, die sich zurzeit im Antragsprozess für ihr Visum befänden, auch ausser Landes gebracht werden könnten, ebenso wie afghanische Staatsangehörige, die in der US-Botschaft arbeiteten.

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Joe Biden, Präsident der USA, reagiert auf die jüngsten Unruhen in Afghanistan. - dpa

Präsident Biden ordnete die Entsendung von weiteren 1000 US-Soldaten zur Unterstützung der Evakuierung an, zusätzlich zu den bereits in den letzten Tagen bereits stationierten 3000.

14.29: Deutschland hat wegen des Vorrückens der Taliban auf Kabul seine Botschaft in der afghanischen Hauptstadt evakuiert. Das teilte das Auswärtige Amt am Sonntag mit.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum militärischen Teil des Flughafens verlegt worden. «Sie sind dort inzwischen eingetroffen und stellen ihre Arbeitsfähigkeit her», teilte Aussenminister Heiko Maas am Sonntagnachmittag auf Twitter mit

Deutschland Taliban
Deutschland ist wegen der Taliban-Machtübernahme in Alarmbereitschaft. - dpa

Er schreibt weiter: «Für heute Nachmittag habe ich erneut den Krisenstab der Bundesregierung einberufen, um Sofortmassnahmen zur Sicherung und zur Ausreise deutscher Bediensteter und weiterer gefährdeter Personen aus Afghanistan auf den Weg zu bringen.»

14.14: Die Taliban versichern, dass es «keine Rache» am afghanischen Volk geben werde. «Wir garantieren den Menschen, insbesondere jenen in der Stadt Kabul, dass ihr Eigentum und ihr Leben sicher sind», sagt Taliban-Sprecher Suhail Shaheen gegenüber «BBC».

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In der afghanischen Hauptstadt Kabul herrscht Ungewissheit. Schafft es die Taliban auch dieses Gebiet einzunehmen? - Keystone

«Wir sind die Diener des Volkes und dieses Landes.» Und weiter: «Unsere Führung hat unsere Truppen angewiesen, am Tor von Kabul zu bleiben – nicht in die Stadt einzudringen. Wir warten auf eine friedliche Machtübergabe.»

13.15: Wegen des Vormarschs der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan will Tschechien die Diplomaten und Ortskräfte seiner Botschaft in Kabul in Sicherheit bringen.

Sie sollen in den kommenden Tagen von der Armee des Nato-Staats nach Europa ausgeflogen werden, wie das Verteidigungsministerium in Prag am Sonntag bekanntgab. Zwei tschechische Diplomaten harren derzeit noch am internationalen Flughafen in Kabul aus.

12.15: Albanien will Afghanen vorübergehend aufnehmen, die vor den vorrückenden Taliban aus ihrem Land fliehen. Man komme damit einer Bitte der USA nach, erklärte Ministerpräsident Edi Rama am Sonntag bei Facebook. Auch sehe man sich als Nato-Mitglied dazu verpflichtet. Es gehe darum, Flüchtlinge aufzunehmen, die später in die USA gebracht werden sollen.

11.49: Afghanistans Hauptstadt Kabul wird dem amtierenden Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal zufolge nicht angegriffen werden. Die Sicherheit der Stadt sei garantiert, sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Video. Es sei die Vereinbarung getroffen worden, dass ein Machtwechsel friedlich erfolge.

Afghanistan
Mitglieder des Joint Forces Headquarters bereiten sich auf ihren Einsatz in Afghanistan vor. - LPhot Ben Shread/MoD/Crown Copyright via AP

11.44: In Kabul steht die Machtübernahme der Taliban kurz bevor. Medienberichten zufolge befinden sie sich auf dem Weg zum Palast. Die Islamisten wollen eine «friedliche» Machtübernahme.

11.34: Trotz des Vormarschs der Taliban auf Kabul will Russland seine Botschaft in der afghanischen Hauptstadt vorerst nicht räumen. Eine Evakuierung sei nicht geplant, sagte der Afghanistan-Beauftragte des russischen Aussenministeriums, Samir Kabulow, am Sonntag der Agentur Interfax. «Der Botschafter und unsere Mitarbeiter nehmen ihre Aufgaben in aller Ruhe wahr.»

11.27: Die Bundeswehr wird an diesem Montag mit der Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte aus Kabul beginnen.

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Bundeswehr-Soldaten einer Afghanistan-Mission im Juni 2021. - Keystone

Mehrere Transportmaschinen vom Typ A400M sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in die afghanische Hauptstadt fliegen und die Menschen in Sicherheit bringen. Fallschirmjäger sollen den Einsatz absichern.

09.55: Nachdem mit Dschalalabad die vorletzte grosse Stadt Afghanistans erobert wurde, umzingeln die Taliban inzwischen Kabul. Wie «Sky News» unter Berufung auf das afghanische Innenministerium berichtet, sind die Kämpfer in die Aussenbezirke der Hauptstadt eingedrungen.

Einer der Taliban-Anführer soll sie aufgefordert haben, keine Gewalt anzuwenden. Zudem sollen die Kämpfer allen erlauben zu flüchten, die dies wollen, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» schreibt. Das Land lässt sich aktuell nur über den Flughafen in Kabul sicher verlassen.

Am Sonntagmorgen ist die vorletzte Stadt Afghanistans von den Taliban eingenommen worden. Wie Nachrichtenagenturen berichten, sind die Islamisten kampflos in die östliche Provinzhauptstadt Dschalalabad einmarschiert. Lokalpolitiker und Einwohner berichteten, dass sich zuerst die Soldaten der afghanischen Armee und danach auch regierungstreue Milizen ergeben hätten. Einige von ihnen seien nach Norden Richtung Usbekistan geflohen.

«Es finden zurzeit keine Kämpfe statt, weil sich der Gouverneur den Taliban ergeben hat», sagte ein afghanischer Behördenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Dies sei die einzige Möglichkeit gewesen, das Leben von Zivilisten zu retten.

Die Islamisten seien um 6 Uhr morgens (Ortszeit) nach Dschlalabad, eine wirtschaftlich wichtige Stadt mit 280'000 Einwohnern, eingedrungen, sagte ein Bewohner. Sie würden niemanden belästigen und hätten den Menschen gesagt, sie sollten nicht stehlen. Soldaten, die sie sähen, entwaffneten sie und schickten sie nach Hause, sagte der Bewohner weiter.

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