Nach der Flucht vor den Taliban müssen 10'000 evakuierte Afghanen unter schlimmen Bedingungen auf einem US-Stützpunkt warten. Die US-Regierung gelobt Besserung.
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Nach der Evakuierung folgt für einige Gerettete die «Hölle auf Erden». - Facebook /@Ajmal Shahab, Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele von den USA gerettete Afghanen müssen auf einem Ekel-Stützpunkt ausharren.
  • Der Boden sei bedeckt von Urin, Fäkalien und Erbrochenem, zudem gebe es Ratten.
  • Die USA habe Kenntnis von der Lage und sei daran, sie zu verbessern.

Tausende Menschen versuchen immer noch, Afghanistan zu verlassen. Die Taliban habe das Land nach dem Abzug der US- und Nato-Truppen in Windeseile übernommen. Viele Afghanen fürchten um ihr Leben, wollen schnellstmöglich weg.

Die USA wissen um die Gefahr und haben bereits tausende Menschen evakuiert. Viele werden auf den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar gebracht. Doch was die Geflüchteten dort erwartet, bezeichnet ein US-Mitarbeiter als «Hölle auf Erden».

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Blick auf die afghanisch-iranische Grenze in Herat im Jahr 2010.
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Menschen laufen am 18. August 2021 durch den Sicherheitsbereich an der afghanisch-pakistanischen Grenze in Chaman.
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Kämpfer der Taliban patrouillieren mit einem Auto am 17. August 2021 durch Kandahar.
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Menschen versammeln sich am 17. August 2021 vor dem internationalen Flughafen Hamid Karzai in Kabul, um vor den Taliban aus Afghanistan zu fliehen.
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Kämpfer der Taliban patrouillieren am 18. August 2021 durch Kabul.

In einem Memo, dessen Inhalt die News-Plattform «Axios» kennt, informiert der Mitarbeiter in Katar das Pentagon über die Zustände: «Die Böden sind mit Müll, Urin, Kot, ausgeleerten Getränken und Erbrochenem bedeckt.» Es würden «furchtbare Zustände herrschen, es gäbe ein Rattenproblem.

Eigentlich hätten rund 10'000 Leute Platz auf dem Luftwaffenstützpunkt. Doch wegen Überbelegung mussten die USA zwischenzeitlich die Evakuierungsflüge stoppen.

Es gebe nur eine Toilette, eine Dusche und einige WC-Häuschen, zitiert die «DailyMail» aus einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post. Darin beschreibt die Person, die sich als Geflüchtete in Al Udeid ausgibt, die Situation. Es sei brütend heiss, man müsse um Erlaubnis fragen, um nach draussen zu gehen.

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Jen Psaki, Pressesprecherin des Weissen Hauses, während des täglichen Presse-Briefings. - Keystone

Es gebe kein Internet, keine Decken. «Die Leute schlafen am Boden oder im Sand», schreibt der Geflüchtete. Einige würden sogar versuchen, trotz der Taliban wieder nach Kabul zurückzukehren.

Die US-Regierung hat von den Zuständen ebenfalls Kenntnisse und arbeite daran, sie zu verbessern, sagte Sprecherin Jen Psaki am Dienstag. Die Leute würden trotz US-Visum zuerst nach Katar gebracht, damit dort die Sicherheitsprüfung durchgeführt werden könne. Gemäss Psaki beziehe sich der Bericht auf die Lage vor einigen Tagen.

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