Taiwan kritisiert angekündigte Militärübungen Chinas

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Taiwan,

    Taiwan hat Chinas Ankündigung mehrerer Schiess- und Militärübungen in Gewässern entlang der Festlandküste kritisiert. Chinas wiederholte Übungen im Indopazifik sorgten für Unsicherheit in der Region, sagte Verteidigungsminister Wellington Koo in Taipei. Das taiwanische Militär werde die Lage eng nach dem Prinzip, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, beobachten, erklärte er.

    Taiwan
    Taiwans Präsident Lai Ching-te. - keystone

    Koo zufolge erwartet Taiwan, dass an der chinesischen Küste stationierte Einheiten trainieren werden. Chinas Behörde für maritime Sicherheit hatte die ab heute beginnenden Übungen parallel zum Nationalfeiertag Taiwans am Samstag per Navigationswarnung für die Schifffahrt angekündigt. Betroffen sind etwa Gebiete im Ostchinesischen, Südchinesischen und dem Gelben Meer.

    Die Übungen erfolgen wenige Tage nach der Rede von Taiwans Präsident Lai Ching-te zum Nationalfeiertag. Darin hatte er China kritisiert, Druck mit militärischen Aktivitäten auszuüben. «Taiwan schätzt Frieden, doch wir werden unsere Freiheit nicht aufgeben», hatte der Chef der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) betont.

    China reagierte harsch auf die Rede. Lai beharre auf einer Unabhängigkeit Taiwans, verdrehe Tatsachen und bausche die sogenannte militärische Bedrohung des Festlandes auf, teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Zugleich rechtfertigte die Behörde die Übungen der Volksbefreiungsarmee nahe Taiwan damit, gegen das «waghalsige Handeln für Taiwans Unabhängigkeit» abzuschrecken.

    Peking zählt Taiwan zum chinesischen Staatsgebiet, obwohl die Insel seit Jahrzehnten unabhängig regiert wird, und will das Eiland an sich binden – notfalls auch mit militärischen Mitteln. China hält die DPP für Separatisten, weil die Partei für eine Unabhängigkeit Taiwans steht. Eine formelle Unabhängigkeitserklärung erwägt Lai bislang aber nicht.

    Nur ein Dutzend Staaten erkennen Taiwan diplomatisch an, darunter der Vatikan sowie Paraguay und Belize in Lateinamerika. Peking übt deshalb Druck auf einige dieser Länder aus. Heute gab das chinesische Aussenministerium Sanktionen gegen den paraguayischen Kommunikationsminister Gustavo Villate sowie den Aussenminister von Belize, Francis Fonseca, wegen dieser diplomatischen Beziehungen bekannt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Enkelkinder
    68 Interaktionen
    «Idealisiert»
    England Tiger
    137 Interaktionen
    England

    MEHR AUS TAIWAN

    Xi Jinping
    17 Interaktionen
    «Nicht aufgeben»
    Donald Trump Xi
    6 Interaktionen
    Taipeh
    a
    103 Interaktionen
    Privatsphäre