KI-Boom beschert Taiwans Chipindustrie kräftiges Wachstum
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz lässt die taiwanische Halbleiterindustrie rasant wachsen. Der Branchenumsatz dürfte 2026 um mehr als 40 Prozent auf knapp 300 Milliarden US-Dollar steigen, wie der Präsident des taiwanischen Halbleiterverbands, Wu Chih-i, am Mittwoch an der Branchenmesse Semicon in Taipeh sagte.

Taiwan nimmt in der weltweiten Chipindustrie eine Schlüsselrolle ein und produziert fast alle der modernsten Halbleiter. Diese kommen unter anderem in Smartphones, Elektroautos und leistungsfähigen KI-Systemen zum Einsatz. Besonders der weltweite Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen treibt die Nachfrage nach Hochleistungschips.
Davon profitiert unter anderem der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC. Die starke Stellung Taiwans sorgt allerdings auch für politische Spannungen. US-Präsident Donald Trump drängt taiwanische Unternehmen dazu, mehr Halbleiter in den USA herzustellen.
Trotz des Booms sieht die Branche Herausforderungen. Die Energieversorgung, der Fachkräftemangel und die Cybersicherheit würden immer wichtiger, sagte Wu. Kein einzelnes Land könne die gesamte Lieferkette beherrschen. Daher sei eine engere internationale Zusammenarbeit nötig.
Zugleich wachsen an den Finanzmärkten die Zweifel, ob die milliardenschweren Investitionen in KI dauerhaft entsprechende Renditen abwerfen werden. Kritiker warnen zudem vor überhöhten Bewertungen von Technologieunternehmen.










