Haft

    Sohn und Assistent Gaddafis in Libyen aus Haft entlassen

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    Libyen,

    Die Regierung von Libyen entlässt den Sohn und den früheren Assistenten des getöteten Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi.

    Libyen
    Männer vor libyschen Fahnen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Libyens Regierung entlässt einen Sohn des getöteten Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi.
    • Der frühere Stabschef und persönliche Assistent von al-Gaddafi wurde ebenfalls entlassen.
    • In Libyen soll im Dezember eine neue Regierung gewählt werden.

    Libyens Regierung hat einen Sohn des getöteten früheren Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi nach jahrelanger Haft entlassen. Erst «zwei Jahre» nach der Entscheidung über seine Freilassung sei Saadi al-Gaddafi nun aus dem Gefängnis entlassen worden. Dies teilte die libysche Regierung am Montag mit.

    Der Schritt sei Teil der geplanten Freilassung aller Gefangenen, die im Land ohne entsprechende Rechtsgrundlage inhaftiert seien. Damit solle auch die landesweite Aussöhnung vorangetrieben werden.

    Sohn von Muammar al-Gaddafi wurde freigesprochen

    Der heute 48-jährige Saadi al-Gaddafi war teils als Profi-Fussballer in Libyen und Italien aktiv. 2011 floh er aus Libyen, als die Regierung seines Vaters unter Protesten und Zusammenstössen im Land zu bröckeln begann. 2014 lieferte das benachbarte Niger ihn zurück nach Libyen aus. Dort wurde ihm vorgeworfen, an der brutalen Niederschlagung von Protesten mitgewirkt zu haben.

    Vom Vorwurf, einen Mitspieler nach einem Streit ermordet zu haben, wurde er freigesprochen. Gegenüber der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beklagte er 2015, in Einzelhaft zu sitzen und ein nicht ordnungsgemässes Verfahren.

    Muammar al-Gaddafi
    Der frühere Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi - Keystone

    Das libysche Präsidium teilte am Montag mit, dass auch Ahmed Ramadan freigelassen wurde. Er war der frühere Stabschef und persönlicher Assistent des getöteten Langzeitherrschers Al-Gaddafi. Libyschen Medienberichten zufolge verliess er Tripolis am Montag per Hubschrauber in Richtung seines Heimatorts südlich der Hauptstadt.

    Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi, den Rebellen 2011 gefangen nahmen und töteten, brach in Libyen ein Bürgerkrieg aus. Dabei ringen unzählige Milizen um Macht und Einfluss.

    Regierung soll im Dezember gewählt werden

    Derzeit ist eine Übergangsregierung im Amt, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll. Unter anderem wegen verfassungsrechtlicher Fragen ist aber unklar, ob die Wahlen wirklich stattfinden werden.

    Saif al-Islam, ein weiterer Gaddafi-Sohn, wagte sich vor einigen Wochen mit einem «New York Times»-Interview zurück an die Öffentlichkeit. Al-Islam war bei seiner Flucht von einer Miliz gefasst worden. In dem Interview macht er Andeutungen, bei der Präsidentenwahl möglicherweise selbst antreten zu wollen. Al-Islam wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht.

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