Great Barrier Reef

    Schnorcheln gegen die Einstufung des Great Barrier Reef als gefährdetes Welterbe

    AFP
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    Australien,

    Kurz vor der Sitzung des Unesco-Welterbekomitees startet Australien einen ungewöhnlichen Versuch, um die drohende Einstufung des Great Barrier Reef als gefährdetes Weltnaturerbe doch noch abzuwenden - es lädt Botschafter zum Schnocheln am Riff ein.

    Great Barrier Reef
    Great Barrier Reef - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ungewöhnliche Lobbyarbeit kurz vor Sitzung des Unesco-Komitees.

    Mehrere Botschafter der Europäischen Union sowie eines Dutzend weiterer Länder, von denen einige bei der Unesco-Entscheidung eine Rolle spielen könnten, würden am Donnerstag zum Schnorcheln zum Agincourt Reef gebracht, sagte Canberras Riff-Beauftragter Warren Entsch der Nachrichtenagentur AFP. Das bei Tauchern beliebte Agincourt Reef liegt am äussersten Rand des Great Barrier Reef.

    Beim Tauchen würden seine Gäste mit eigenen Augen sehen, «wie schön und vielfältig» Australiens berühmtes Korallenriff sei und wie wichtig es sei, sich um seinen Bestand zu kümmern, sagte Entsch. Er hoffe, sie würden anschliessend ihren Ländern berichten, «dass Australien in dieser Frage eine Führungsrolle übernehmen kann». Australien habe «erhebliche» Schritte unternommen, um die Kohlenstoffemissionen zu senken, fügte er hinzu. Aber alleine könne es das Riff nicht retten.

    Wegen des dramatischen Korallensterbens am Great Barrier Reef hatte die UN-Kulturorganisation im Juni die Herabstufung des Weltnaturerbestatus empfohlen. Diese Drohung verärgerte Australien und entfachte eine intensive Lobby-Kampagne im Vorfeld des virtuellen Unesco-Treffens, das am Freitag in China beginnt.

    Eine Einstufung als gefährdetes Welterbe der Unesco gilt nicht als Sanktion. Laut Unesco lassen manche Länder ihre Welterbestätten sogar absichtlich auf die Liste des gefährdeten Erbes setzen, um internationale Hilfe anzuwerben. Andere Länder sehen die Einstufung dagegen als ehrverletzend.

    Die Unesco hatte das 2300 Kilometer lange Korallenriff 1981 zum Weltnaturerbe erklärt. Das aus 2500 einzelnen Riffen bestehende Gebiet beherbergt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Der Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung der Meere führen aber zu einem Absterben der Korallen.

    In seinem Juni-Bericht hatte das Welterbekomitee sich «zutiefst besorgt» über den Zustand des Great Barrier Reef gezeigt. Die langfristigen Aussichten des Ökosystems im Riff hätten sich «von schlecht zu sehr schlecht» entwickelt.

    Umweltschützer sehen in der Bedrohung des Great Barrier Reef ein Zeichen dafür, dass Australiens Regierung nichts dafür tut, seine CO2-Emissionen einzudämmen. Australien als einer der weltweit grössten Exporteure von Kohle und Erdgas hat sich nicht das Ziel gesetzt, bis 2050 Kohlenstoffneutralität zu erreichen. Der konservative Premierminister Scott Morrison sagte lediglich, das Land hoffe, dies «so bald wie möglich» zu erreichen, ohne Arbeitsplätze oder Unternehmen zu gefährden.

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