Gemäss russischen Bankexperten gibt es 2022 eine Inflation in Höhe von 22 Prozent. Sie rechnen auch mit einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes.
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Russische Rubel-Banknoten. (Symbolbild) - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bankexperten aus Russland rechnen mit einer Inflation von 22 Prozent.
  • Auch erwarten sie ein Minus des Bruttoinlandprodukts um über 9 Prozent.

Russische Bankexperten erwarten im laufenden Jahr eine Inflation in Höhe von 22 Prozent. Ebenfalls sehen sie einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 9,2 Prozent. Das geht aus einer Umfrage der russischen Zentralbank hervor.

Damit verschlechtern sich die Erwartungen weiter im Vergleich zum März. Damals hatten die Bankiers mit 20 Prozent Inflation und 8 Prozent Rückgang beim BIP in Russland gerechnet.

Auch für das Jahr 2023 haben sich die Aussichten zwei Monate nach Beginn des vom Kreml befohlenen Ukraine-Kriegs weiter eingetrübt: So erwarten die Experten nun auch für das nächste Jahr statt einem Prozent Wachstum gar keins mehr.

Russland: Krieg ist gescheitert

Russlands Präsident Wladimir Putin hingegen hatte am Mittwoch erneut betont: Der «Blitzkrieg» des Westens gegen die russische Volkswirtschaft sei gescheitert. Die Inflation sei zwar im Jahresvergleich auf ein Hoch von 17,5 Prozent gestiegen, stabilisiere sich aber indessen, behauptete er. Auch den Rückzug westlicher Unternehmen aus Russland bezeichnete er als «Chance», sich aus der Abhängigkeit des Westens zu lösen.

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Der russische Präsident Wladimir Putin. - Keystone

Zur Frage einer in Russland diskutierten Verstaatlichung verlassener Betriebe sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass es kein allgemeines Vorgehen geben könne. Jedes Unternehmen verhalte sich anders, deshalb müsse auch jeder Fall einzeln betrachtet werden. Es gebe Firmen, die ihre Pflichten gegenüber den Beschäftigten nicht erfüllten. «Sie benötigen eine besondere Aufmerksamkeit.»

Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina räumte vor dem russischen Parlament, der Staatsduma, Probleme durch die westlichen Sanktionen ein. Die Strafmassnahmen würden nicht nur Bereiche treffen, die viel importieren. Sondern auch jene Produktion, die bereits stark lokalisiert sei, aber auf Einzelteile aus dem Ausland angewiesen sei. Nabiullina wurde am Donnerstag für weitere fünf Jahre von den Abgeordneten im Amt bestätigt.

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