Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif will den Angriff auf Ex-Premierminister Imran Khan untersuchen lassen. Er werde den Obersten Ermittlungsrichter des Landes auffordern, eine aus allen Richtern des Obersten Gerichtshofes bestehende Kommission zu bilden, sagte Sharif am Samstag in Lahore. Die Kommission solle wegen Anschuldigungen ermitteln, die Khan gegen Sharif, Innenminister Rana Sanaullah sowie ein Führungsmitglied des pakistanischen Geheimdienstes erhebt. Khan wirft ihnen vor, hinter dem Angriff zu stecken, um ihn umzubringen.
Imran Khan, ehemaliger Premierminister von Pakistan, wird im Shaukat Khanum Krankenhaus behandelt. Foto: K.M. Chaudary/AP/dpa
Imran Khan, ehemaliger Premierminister von Pakistan, wird im Shaukat Khanum Krankenhaus behandelt. Foto: K.M. Chaudary/AP/dpa - sda - Keystone/AP/K.M. Chaudary
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Das Wichtigste in Kürze

  • Er würde unverzüglich zurücktreten und «die Politik verlassen», sollte auch nur der kleinste Beweis zutage treten, der Khans Anschuldigungen untermauern würde, erklärte Sharif.

Auch Pakistans mächtiges Militär, zu dem der Geheimdienst gehört, wies die Anschuldigungen zurück und rief die Regierung auf, gegen die Verleumdung seiner Institution vorzugehen.

Khan war am Donnerstag während eines Protestmarsches in der zentralen Provinz Punjab von Schüssen am Bein verletzt worden. Ein Mensch soll zudem getötet, weitere Personen verletzt worden sein. Die Polizei hatte umgehend einen Verdächtigen festgenommen. Er soll ein Geständnis abgelegt haben, dass er Khan habe töten wollen und allein gehandelt habe.

Der Angriff hatte in den vergangenen Tagen landesweit Proteste ausgelöst. Als Regierungschef war Khan im April durch ein Misstrauensvotum abgesetzt worden. Seitdem brachte er seine Anhänger regelmässig auf die Strasse. Seit vergangener Woche war er in einem Protestmarsch durch das Land unterwegs und forderte Neuwahlen.

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