Kim Jong Un

Nordkorea droht: Wird Kim Jong-un getötet, zünden wir eine Atombombe

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Nordkorea,

Eine Verfassungsänderung in Nordkorea könnte schwerwiegende Folgen haben. Wird Kim Jong-un getötet, muss das Militär neu mit einem nuklearen Schlag reagieren.

Kim Jong-un
Die neue Verfassung Nordkoreas sieht einen Nuklearschlag vor, falls Kim Jong-un getötet wird. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nordkorea hat das Nuklearpolitikgesetz in seiner Verfassung geändert.
  • Ein Angriff auf Kim Jong-un hätte nach der Änderung schwerwiegende Folgen.
  • Die Verfassung sieht in solchen Fällen neu einen automatischen Nuklearschlag vor.

Die Tötung von Irans oberstem Führer, Ali Chamenei, am 28. Februar sorgt in Nordkorea für eine Verfassungsänderung. Kim Jong-un, der oberste Führer von Nordkorea, will sich damit wohl gegen einen ähnlichen Schlag absichern.

Wie «The Telegraph» schreibt, hat der südkoreanische Geheimdienst am Donnerstag die Überarbeitung des dritten Artikels des nordkoreanischen Nuklearpolitikgesetzes öffentlich gemacht.

Automatischer Nuklearschlag bei Tötung von Kim Jong-un?

Dieser besagt nun folgendes: «Gerät das Kontrollsystem über die nuklearen Streitkräfte des Staates durch Angriffe feindlicher Kräfte in Gefahr…, ist automatisch ein Nuklearschlag auszuführen.»

Da Kim Jong-un das Kommando über die Nuklearstreitkräfte hat, würde dieser Verfassungsartikel greifen, sobald er getötet wird.

«Das mag schon früher die Politik gewesen sein»

Andrei Lankov, ein russischer Professor für Geschichte und internationale Beziehungen an der Kookmin-Universität in Seoul sagt gegenüber der Zeitung: «Das mag schon früher die Politik gewesen sein.» Nun habe es jedoch an Gewicht gewonnen, da es in der Verfassung geregelt ist.

Hast du Angst vor einer akuten Bedrohung durch Atomwaffen?

Er vermutet, dass Nordkorea durch die effizienten Enthauptungsangriffe der USA und Israel «in Angst und Schrecken versetzt» ist.

Verfassungsänderung wohl nur wegen der USA

Kim Jong-un ist gemäss der Zeitung grundsätzlich auf Sicherheit bedacht. Er vermeidet das Fliegen und reist normalerweise in einem stark gepanzerten Zug.

Professor Lankov geht davon aus, dass die Verfassungsänderung einzig und allein für den Fall eines Angriffs der USA gemacht wurde. «Ich sehe keine Wahrscheinlichkeit für einen Angriff aus Südkorea», sagt er.

Formal herrscht zwischen Nord- und Südkorea noch immer Krieg

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Waffenstillstand von 1953 formal noch immer im Kriegszustand, obwohl die Kampfhandlungen beendet wurden. Ein Friedensvertrag gibt es nicht und die Grenzen werden weiterhin schwer bewacht.

Trotz Friedensangebote der südkoreanischen Regierung hat Nordkorea Seoul wiederholt als seinen Hauptgegner bezeichnet.

Kommentare

User #2410 (nicht angemeldet)

Da wird Wermuth gleich neidisch auf die Arbeiterpartei...

User #5199 (nicht angemeldet)

Was wenn zu einem Missverhältnis kommt? Da könnte doch nun ein anderer Staat ein Anschlag durchführen und die Spuren auf einen anderen Player richten. Dann würde die A-Bombe den falschen Staat treffen.

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