Neue israelische Angriffe auf Vorstädte Beiruts
Die südlichen Vorstädte Beiruts sind am Vormittag zum Ziel erneuter israelischer Angriffe geworden. Auch aus dem Libanon flogen wieder Raketen in Richtung Israel.

Bei einem israelischen Angriff auf ein Wohnhaus in der libanesischen Küstenstadt Sidon kamen nach Angaben von Behörden im Libanon fünf Menschen ums Leben, sieben weitere wurden demnach verletzt. Bei einem der Toten soll es sich nach Angaben von Sicherheitskreisen um ein Hamas-Mitglied gehandelt haben.
In Aufnahmen waren dicke Rauchschwaden über den als Dahija bezeichneten südlichen Vorstädten Beiruts zu sehen. Die dicht besiedelten Viertel gelten als Hochburg der mit dem Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah. Deren Infrastruktur sei Ziel der Attacken, teilte das israelische Militär kurz vor Beginn der neuen Angriffswelle mit.
Die Hisbollah bekannte sich unterdessen zu dem Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Aus Kreisen der UN-Friedensmission Unifil wurde die Zahl der in Richtung Israel abgegebenen Geschosse auf etwa 250 beziffert. Berichte über Tote oder Verletzte von dort gab es zunächst keine.
Die Hisbollah hatte zu Beginn der Woche begonnen, als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei Raketen auf Israel zu schiessen. Seitdem greift auch Israel Ziele im Libanon an.
Bereits in der Nacht war es zu schweren israelischen Angriffen aus der Luft auf Dahija gekommen. Berichten zufolge hatten viele Tausende Menschen die Viertel in den vergangenen Tagen verlassen, nachdem Israels Armee weiträumige Evakuierungsaufforderungen veröffentlicht hatte.
Dem örtlichen Katastrophenschutz zufolge suchten knapp 100.000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften. Die Zahl der Geflohenen dürfte jedoch höher sein, da viele Menschen auch ohne Dach über dem Kopf in anderen Teilen Beiruts Schutz suchten, wie es demnach hiess. Manche fanden in Hotels und Ferienwohnungen Unterschlupf.
Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete von Zelten, die auf unbebautem Gelände am Rande der Vorstädte errichtet wurden. Die Menschen dort seien erschöpft und niedergeschlagen, so die Reporterin. Manche äusserten sich kritisch zur Präsenz von Hisbollah-Kämpfern in den dicht besiedelten Stadtvierteln, andere zeigten sich solidarisch mit der Schiitenmiliz.










