Das russische Verteidigungsministerium hat nach dem Ende der blutigen Unruhen in der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan seinen Truppenabzug fortgesetzt. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Sewerny in der Nähe der Stadt Iwanowo seien sechs Flugzeuge mit «Friedenssoldaten» der Organisation des Vertrags über die kollektive Sicherheit (OVKS) samt Militärtechnik aus Kasachstan gelandet. Das teilte das Ministerium am Samstag in Moskau mit. Der Abzug der Truppen der ebenfalls beteiligten OVKS-Staaten Belarus, Armenien, Tadschikistan und Kirgistan hatte am Donnerstag begonnen. Er soll am 19. Januar abgeschlossen sein.
Kazakhstan Protesters
FILE - In this photo released by the Russian Defense Ministry Press Service, Russian peacekeepers of the Collective Security Treaty Organization guard an area in Kazakhstan, Jan. 12, 2022. Clashes with police in the largest city of Almaty led to chaos on Jan. 5. Authorities blamed the violence on â??terroristsâ? backed by foreigners, but some analysts saw this as a pretext for bringing in the mostly Russian forces. â??(Russian Defense Ministry Press Service via AP, File - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der in der Geschichte der OVKS bisher beispiellose Einsatz begann am 6. Januar, nachdem der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew das von Russland dominierte Bündnis um Hilfe gerufen hatte.

Die kasachischen Sicherheitskräfte hatten in der ersten Januarwoche nach Massenprotesten in der Millionenstadt Almaty und anderen Regionen die Kontrolle über die Lage verloren.

Staatschef Tokajew hatte nach der Wiederherstellung der verfassungsmässigen Ordnung in dem öl- und gasreichen Land den Rückzug der ausländischen Soldaten angekündigt. Er wies am Samstag den Sicherheitsrat an, die Bildung von Spezialeinsatzkräften und die Reform des Systems der nationalen Sicherheit zu beschleunigen. So sollen Krisen künftig verhindert werden. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte den Militäreinsatz bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin als Erfolg bezeichnet.

In dem über viele Jahre international wegen seiner Stabilität gelobten Land an der Grenze zu China hatte es Anfang des Monats zunächst Proteste gegen eine Verdopplung der Preise für Gas, das als Kraftstoff für Autos genutzt wird, gegeben. Die Demonstrationen schlugen nach wenigen Tagen in rohe Gewalt um. Staatschef Tokajew sprach von einem Angriff «terroristischer Banden». Er hatte einen Schiessbefehl erteilt. Es gab mehr als 100 Tote, mehr als 10 000 Festnahmen und Hunderte Verletzte. Nach Angaben der Führung des neuntgrössten Landes der Erde stabilisiert sich die Lage.

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